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E-Commerce-Verbände wettern gegen die Datenschutzrichtlinie: weitere Erleichterungen zulasten des stationären Handels?

22.05.2013

Eine „Bedrohung“ für den E-Commerce sei die EU-Datenschutzrichtlinie. Das sagen die Vertreter der European Multichannel and Online Tradind Association (EMOTA). Vor allem, dass gezielte Werbe-Bombardments schwieriger werden sollen, ist EMOTA ein Dorn im Auge. Die Verbände wollen eine Erleichterung für den grenzüberschreitenden Online-Handel. Bereits jetzt verfügen internationale Versender klare Vorteile gegenüber dem heimischen Stationär-Handel.

Die geplante EU-Datenschutzrichtlinie ist Walter Devenuto ein Dorn im Auge. Daraus machte der EMOTA-Präsident kürzlich in Wien kein Geheimnis. Dass es nicht mehr so leicht sein soll, Konsumentendaten für gezielte Werbung zu nutzen und dass es zur Datennutzung eine explizite Zustimmung brauchen soll, wird als „massive Bedrohung“ für den E-Commerce empfunden. Gleichzeitig betonen die europäischen E-Commerce-Verbände aus elf Ländern die „sensationellen Wachstumszahlen“.  Die E-Commerce-Profis  trafen sich Mitte Mai auf Einladung des Handelsverbands zum Stelldichein.

 

Ziel: mehr Online-Handel

 

Wachstum hin, Wachstum her, EMOTA will eine Erleichterung für den grenzüberschreitenden Onlinehandel innerhalb der EU. Deshalb arbeite man mit der EU-Kommission an einem gemeinsamen Standard für „Qualität im E-Commerce“.  Ziel ist es, den Anteil des grenzüberschreitenden Handels am europäischen E-Commerce-Markt von aktuell knapp fünf Prozent langfristig auf bis zu 20 Prozent anzuheben. Dieser Standard soll unter anderem umfassende und korrekte Produktinformationen, transparente Kostenstrukturen und bestellungsgerechte Lieferung sicherstellen.

 

Vorteile gegenüber stationär

 

„Der grenzüberschreitende Onlinehandel birgt ein riesiges Potenzial, das wir heute noch nicht ausschöpfen“, sagt James Roper, Vertreter des britischen Verbands IMRG und wichtigster Verfechter des EU-Standards. Allerdings spielt der grenzüberschreitende Online-Handel nach anderen Regeln als der heimische Stationär-Handel. Handelsobfrau Bettina Lorentschitsch verlangte kürzlich einmalmehr einheitliche europäische Rahmenbedingungen: "Denn in den unterschiedlichen Staaten gibt’s diverse Unterschiede zwischen Arbeits-, Umwelt- und Steuerrecht." Die rot-weiß-roten Einzelunternehmer seien klar im Nachteil. Und die Steuertrickkiste ist den internationalen Versendern wohlbekannt.

 
Kompromisse & Multichannel

Wie berichtet, werden die Fragen zum Handel zwischen EU-Parlament und Rat zwar laufend verhandelt, doch die Brüsseler-Mühlen mahlen langsam, Kompromisse zwischen EU-Plenum und Rat werden zäh und langwierig geschlossen und wirken nicht selten planlos.

Ums Internet herum kommen Stationär-Händler längst nicht mehr, Multichannel und Crosschannel ist in aller Munde. Um Einzelunternehmen Internet-fit zu machen, startet die Bundessparte Handel übrigens demnächst eine Info-Tour.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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