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Eine langfristige Senkung der Logistikkosten sehen die von Bitkom befragten Unternehmer als Hauptvorteil der Digitalisierung.

Digitalisierung wird Logistik grundlegend verändern

28.03.2017

Die Inventur im Lager, der Gabelstapler, und der Lkw, der die Bestellung zum Händler bringt, könnten schon bald Auslaufmodelle sein, so eine aktuelle Umfrage von Bitkom.

Bereits in zehn Jahren wird sich die Logistik nach Ansicht einer großen Mehrheit jener Unternehmen, die heute Logistik einsetzen, völlig verändern, so eine aktuelle Bitkom-Umfrage: 75 Prozent dieser Unternehmen erwarten, dass Datenbrillen weit verbreitet sein werden und die Beschäftigten in der Logistik unterstützen, etwa mit eingeblendeten Zusatzinformationen.

65 % glauben, dass selbstlernende Systeme viele Aufgaben in der Logistik übernehmen werden, etwa die Planung der besten Route oder das Auslösen von Bestellvorgängen.

58 % rechnen damit, dass autonome Drohnen die Inventur des Lagerbestands durchführen werden. Ähnlich viele (57 %) gehen davon aus, dass die Waren mit autonomen Fahrzeugen transportiert werden, 42 % sind der Meinung, dass Drohnen und Lieferroboter die Produkte sogar bis zum Kunden bringen.

Die große Mehrheit der Unternehmen sieht eine Vielzahl von Vorteilen durch digitale Technologien in der Logistik. Jeweils 9 von 10 erwarten eine langfristige Senkung der Kosten (89 %) und eine Beschleunigung des Transports (86 %). Rund drei Viertel (72 %) erwarten weniger Fehler in der Transportkette und 58 % einen umweltschonenderen Transport. Die Digitalisierung insgesamt sehen 88 % als Chance.

Eine große Mehrheit der Unternehmen setzt bereits heute digitale Technologien in der Logistik ein. 84 % der Befragten nutzen spezielle Lösungen.

Besonders häufig kommen fahrerlose Staplersysteme zum Einsatz (19 %) bzw. sind in Planung (26 %). Ebenfalls weit verbreitet sind smarte Container (Einsatz: 20 %, Planung: 15 %) bzw. Lagerroboter (Einsatz: 16 %, Planung: 9 %).

Datenbrillen für die Mitarbeiter nutzen 8 % der Unternehmen, 14 % planen den Einsatz. 9 % der Unternehmen haben 3D-Drucker im Einsatz, weitere 5 % planen dies.

Auch bei den digitalen Anwendungen sind vor allem Standardlösungen weit verbreitet, etwa elektronische Rechnungen (Einsatz: 72 %, Planung: 15 %) und Warehouse Management Systeme (Einsatz: 69 %, Planung: 10 %). Cloud Computing setzen 35 % der Unternehmen in der Logistik ein, 25 % planen es.

Big-Data-Anwendungen nutzen erst 19 %, aber 26 % bereiten den Einsatz vor. Selbstlernende Software wird in 5 % der Unternehmen in der Logistik eingesetzt, 6 % sind in der Planungsphase. Und gerade einmal 2 % nutzen Blockchain-Technologie, weitere 3 % bereiten sich darauf vor.

Nach Ansicht des Bitkom ist es entscheidend, den Austausch zwischen etablierten Unternehmen und Global Playern in der Logistik mit Mittelständlern und Start-ups zu forcieren: In zwei Digitalen Hubs zur Logistik sollen in Hamburg und Dortmund Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie Investoren zusammenkommen, um ganz konkret Logistikprobleme der Zukunft mit digitalen Technologien zu lösen.

In Hamburg liegt der Schwerpunkt dabei auf maritimen Logistikketten und der City-Logistik, in Dortmund auf der Intralogistik und dem Internet of Things (IoT) für die Logistik.

In Hamburg wird am 3. April der Startschuss für den Digital Hub Logistics gemeinsam vom Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch, der Logistik-Initiative Hamburg sowie potenziellen Partnerunternehmen gegeben.

Beim Digital Hub Logistics in Dortmund geht es noch vor dem Sommer los, hier können bereits heute interessierte Unternehmen verschiedene Technologien in der Praxis testen, zum Beispiel Drohnen in der Lagerhalle, Virtual-Reality-Anwendungen für die Logistik oder 3D-Druck.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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