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Der Umsatz nach dem Sturm: große Sprünge bei Quelle & Co. nach „Amazon-Shitstorm“

05.06.2013

Die UNITO-Gruppe (Quelle, Otto, Universal in Österreich, Quelle und Ackermann in der Schweiz) machte im Geschäftsjahr 2012/13 einen Umsatz von 278,7 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von 27 Millionen Euro oder 10,7 Prozent. Vor allem der Online-Umsatz zieht an. Und seit Amazon im Kreuzfeuer der Kritik steht, ist der Umsatzkuchen besonders fett.    

Seit der größte Onlinehändler Amazon in Deutschland wegen der Behandlung von Leiharbeitern stark in die Kritik geraten ist, ziehen die Umsätze bei der UNITO-Gruppe in Österreich, zu der unter anderem die Marken Otto, Quelle und Universal gehören, stark an. "Ich weiß nicht, ob es einen direkten Zusammenhang gibt, aber seit März gibt es bei uns starke Umsatzzuwächse", sagt , Harald Gutschi, Sprecher der UNITO-Geschäftsführung Österreich. Zu dieser Zeit sei auch der "Amazon-Shitstorm" gewesen. Das Wetter sei dafür jedenfalls nicht verantwortlich.

 

Ähnliche Verhältnisse wie beim Versandriesen schließt man bei der Otto Gruppe dezidiert aus: In der Warenhauslogistik in Deutschland arbeiten zwischen 4.000 und 4.500 Mitarbeitern - "alle im Einzelhandel-Tarifvertrag", wie vom aus Deutschland angereisten Vize-Chef der Otto Group, Rainer Hillebrand, betont wurde. Der Anteil der Leiharbeiter betrage zehn Prozent und auch sie seien nach Kollektivvertrag beschäftigt. Ebenso hoch sei der Leiharbeiteranteil in Österreich. "Aber es gibt schwarze Schafe im Onlinehandel", räumt Gutschi ein.

 

Angesichts verändertem Einkaufverhalten - Stichwort Smartphone und Online - sieht man beim Versandhändler "eine für uns gute Zeit". "Es tut mir um jede Pleite leid, aber viele bemerken die Veränderungen nicht", sagt Gutschi mit Blick auf die insolvente Elektrokette Niedermeyer, die ihre Geschäfte noch diese Woche endgültig schließt.

 

Die gesamte Otto Gruppe hat im vergangenen Jahr bereits 5,7 Mrd. Euro online erwirtschaftet, die UNITO-Gruppe 278,7 Millionen Euro. Wachstumsmotor sei der E-Commerce-Anteil, sagt Gutschi. Der liegt über alle Marken hinweg bei 72 Prozent. Aufgrund geplanter Investitionen von 20 Millionen Euro in Österreich, soll der Online Anteil bis 2015 auf 85 Prozent steigen. 15 Prozent der gesamten Ausgaben in Österreich würden inzwischen schon online getätigt. In zehn Jahren werde dieser Anteil auf 30 Prozent anwachsen, glaubt Gutschi.

 

Mehr zu den Plänen von Quelle und Co. und was die Entwicklungen für die E-Branche bedeuten, lesen Sie im kommenden Elektrojournal 6 2013.  

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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