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Der Kämpfer hat Oberwasser! Erich Kurz macht weiter

15.10.2014

„Wer im Hochwasser nicht kämpft, geht unter“, sagt Erich Kurz. Für sein Wiener Elektrofachhandels-Unternehmen geht’s weiter. Der Sanierungsplan wurde angenommen. Jetzt will Kurz mit neuer Motivation voll durchstarten. 

Es waren enorm schwere Monate für Erich Kurz. Elektrojournal berichtete ausführlich in der Ausgabe 9/2014. Jetzt sieht er aber ein Licht am Ende des Tunnels. Am 30. September wurde der Sanierungsplan angenommen.

Die beschlossene Quote für Insolvenzgläubiger liegt bei 28 Prozent. Kurz hatte nach Annahme des Sanierungsplans 14 Tage Zeit, einen ersten Teil abzubezahlen. Wäre ihm das nicht gelungen, der Sanierungsplan wäre gescheitert. Seit gestern, Dienstag, ist alles unter Dach und Fach. „Das war natürlich in dieser Situation natürlich enorm schwierig“, sagt Erich Kurz im Gespräch mit Elektrojournal Online. Die Konten sind Gesperrt, die Banken keine Hilfe. Kurz hat’s trotzdem geschafft. Wobei der Vollblut-Händler nicht vergisst, „einen lieben Freund“ zu erwähnen, der ihn tatkräftig unterstützte.

„Danke den Gläubigern, die mit Ja stimmten“

„Erich Kurz hat somit die wichtigste Hürde geschafft“, erklärt auch KSV-Insolvenzexperte Jürgen Gebauer gegenüber Elektrojournal Online. Kurz weiß aber, der Erfolg geht nicht nur auf seine Kappe.  Darum möchte er sich bei allen Gläubigern – größtenteils natürlich Lieferanten – bedanken, die sich für den Sanierungsplan ausgesprochen haben. „Sie haben mit überwältigender Mehrheit für den Plan gestimmt, 30 von 33.“ Wobei eines der „Neins“ die Krankenkasse war. Einen Lieferanten – einen namhaften WW-Player – will Kurz besonders herausheben, da dieser Kurz schon während der letzten Monate wertvoll mit Produkten unterstützte.

Vollgas in die Zukunft

Jetzt geht’s für den Fachhändler mit Vollgas und neuer Kraft in die Zukunft. „Ich will den Schaden, den ich bei meinen Partner verursacht habe, wieder gut machen, das Vertrauen der Lieferanten rechtfertigen“, gibt Kurz die Marschrichtung aus. „Wir haben unseren Betrieb genau durchleuchtet. Wir werden einiges umstellen. Dass wir unsere Prozesse so genau unter die Lupe nahmen, ist – wenn man so will – das Positive an der ganze Situation.“  Noch Kundenorientierter wird sich das Fachhandelgeschäft „Kurz …und gut“ präsentieren. Von Low-End-Produkten verabschiedet man sich. „Für diese brauchen Kunden keinen Fachhändler.“ Nein, die kaufkräftige Kundschaft aus dem 1. Wiener Gemeindebezirk will Kurz mit starkem Service und Top-Beratung begeistern.

„Biete meine Hilfe an“

Kurz stand – und steht natürlich noch immer – unter enormen Druck. „In so einer Phase braucht man viel Kraft und viel Selbstvertrauen. Aber wenn du im Hochwasser nicht kämpfst, gehst du unter“, macht Kurz seine Lebensphilosophie deutlich. Von dieser sollen auch Branchen-Kollegen Nutzen ziehen können. Kurz bietet Händlern an, die in eine ähnliche Situation geraten, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. „Ich habe die Erfahrung bereits gemacht und leiste gerne eine Hilfestellung.“  

Autor/in:
Alexander Zechmeister
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