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Deloitte.Radar 2016: In Österreich muss das Innovations- und Wachstumspotenzial gehoben werden.

Deloitte.Radar 2016: Österreich hat Aufholbedarf

28.10.2016

Der Deloitte.Radar ortet einen Aufholbedarf Österreichs im internationalen Standortwettbewerb: Der Deloitte Indexwert zur Standortattraktivität verschlechtert sich, bei den Einzelfaktoren gibt es aber differenzierte Ergebnisse.

Der Deloitte.Radar führt internationale Standort-Rankings, fachspezifische Studien und die Analyse interner und externer Experten zusammen. Im aktuellen internationalen Vergleich kann Österreich weiterhin nicht auf die bestplatzierten Länder aufschließen. Im globalen Wettbewerb nehmen die Schweiz und Schweden seit Jahren in allen fünf betrachteten Indizes eine Top 10-Platzierung ein und führen auch heuer das Deloitte Ranking an.

In den beiden umfassendsten Standortvergleichen (Global Competitiveness Index, World Competitiveness Index) ist die Alpenrepublik nicht mehr unter den Top 20 zu finden.

Positiver fällt das Ergebnis bei zwei spezifischen Indizes (Global Innovation Index, Corruption Perceptions Index) aus, in denen sich Österreich das zweite Jahr in Folge verbessert hat und nun Plätze zwischen 16 und 18 belegt.

Bernhard Gröhs, Managing Partner bei Deloitte Österreich, fasst die Ergebnisse des Deloitte.Radars zusammen: „Damit uns der Turnaround gelingt, brauchen wir vor allem einen ambitionierteren Mindset.“ Hier eine Zusammenfassung:

Österreich sieht sich aktuell mit einer der geringsten Wachstumsraten Europas, sinkenden Investitionen und einer hohen Staatsverschuldung konfrontiert. Die gute Beschäftigungssituation wird durch einen anhaltenden Anstieg der Arbeitslosigkeit getrübt. Die Bewertung sinkt gegenüber dem Vorjahr – kurzfristig ist keine Besserung in Sicht.

Mit seiner gut ausgebauten allgemeinen Infrastruktur zählt Österreich zu den hochentwickeltsten Standorten. Beim raschen technologischen Fortschritt und der dafür notwendigen IKT-Infrastruktur besteht jedoch noch Aufholbedarf auf die führenden Innovationsstandorte – hier darf der Anschluss nicht verpasst werden.

Die regulatorischen Auflagen werden als größtes unternehmerisches Risiko und Investitionshemmnis wahrgenommen. Österreich fällt dabei im europäischen Vergleich durch einen anhaltend hohen Bürokratieaufwand, viele Einzelregelungen und vergleichsweise wenig Flexibilität auf – eine Entspannung ist noch nicht zu erwarten.

Österreichs Fiskalpolitik schneidet im internationalen Wettbewerb sowohl hinsichtlich der hohen Steuer- und Abgabenbelastung als auch bei der Bewertung der Lenkungseffekte schlecht ab. Die Steuerreform war ein erster Schritt zur Entlastung des Faktors Arbeit, allerdings mit einer überwiegend einnahmenseitigen Gegenfinanzierung.

Österreich zählt zu den überdurchschnittlich starken Forschungs- und Innovationsstandorten in Europa und konnte in den letzten Jahren die Innovationseffizienz kontinuierlich verbessern. Für eine dynamische Startup-Szene sind der Abbau bürokratischer Hürden und die Förderung einer stärkeren Private Equity-Kultur essentiell.

Seit Jahren steht eine steigende Arbeitslosigkeit bei geringer qualifizierten und älteren Arbeitnehmern den Engpässen bei gut ausgebildeten Arbeits- und Fachkräften gegenüber. Österreich hat die große Herausforderung zu meistern, weitere Erwerbspotenziale zu erschließen und das Bildungsniveau kontinuierlich zu steigern.

Materieller Wohlstand und die Qualität des Lebensstandards sind überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Beim subjektiven Wohlbefinden und bei der Einschätzung künftiger Möglichkeiten liegt Österreich jedoch hinter vergleichbaren Staaten zurück, wodurch die hohe Lebensqualität in der Wahrnehmung vieler in Gefahr ist, so die Studie.

Der Deloitte.Radar 2016 lässt sich herunterladen unter:

http://www2.deloitte.com/at/de/seiten/ueber-deloitte/artikel/deloitte-radar.html

 

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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