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Das war wohl nix: Handy TV wird zu Grabe getragen

19.10.2010

Besser eine Zukunft mit prognostiziertem Ende als gefangen in einer Endlosschleife. Oder "Time to say good-bye, Handy-TV". Wir spielen aber jetzt nicht Andrea Bocellis Hit aus dem Jahr 1996. Dafür haben wir ein wenig im Archiv der letzten Jahre auf Elektrojournal Online gegraben und sind fündig geworden.

Weltpremiere feierte der für das Fernsehen am Handy zuständige Standard 2006 in Italien durch den Mobilfunker Drei. Mit einem Hürdenlauf hat der hiesige Ministerrat Ende Mai 2007 sämtliche  Gesetzesnovellen verabschiedet, um wenig später ein Pilotprojekt gestartet wurde. 1000 ausgewählte Nutzer in Wien haben damals DVB-H getestet. Und man stelle sich vor – gar eine halbe Stunde haben die Tester fern gesehen. Bis zum Jahr 2010 werden 2,5 Millionen User erwartet, war man sich sicher. Gegeben hat es aber dann nur Pustekuchen.
 

Wie eine Fata Morgana

 

So plädierte beispielsweise Kommissarin Reding in entzückendem rosa Outfit (zumindest auf unserem Bild) für DVB-H als europaweiten Handy-TV-Standard. Wohl manch einer mag sich auch gewundert haben, dass Österreich in punkto Handy TV Deutschland einen Schritt voraus war. Vielleicht wussten sie es einfach besser. Vodafone-Chef Friedrich Joussen hatte vor Beginn des Handy TV-Starts erklärt, dass er dieses Projekt für gescheitert hielt. Aber auch schon drei Jahre zuvor äußerten andere Stimmen Bedenken (siehe „Mit TV geht’s nur lau") Hätte man auch nur der Wissenschaft vertraut, die sich da im Mai 2006 zu Wort gemeldet hat

Mit Karacho, aber ohne Tacho

Aus der Traum. Als es schließlich mit Pauken und Trompeten mit 6. Juni 2008 los ging (vorgeprescht ist damals A1, der als erster Mobilfunker "Handy-schau'n" möglich machten), war man hierzulande viel zu sehr mit der Tatsache beschäftigt, dass man die Fußball-EM endlich einmal nach Österreich brachte. Diese Gelegenheit wurde gleich dazu genutzt, Handy-TV zu propagieren. Und beinahe jeder hätte gewettet, dass Handy TV einen größeren Siegeszug antreten würde, als es Österreich je bei einer EM haben würde. Eine Meldung jagte die andere und per 8. August 2008 war DVB-H über ganz Österreich verteilt. Aber ganz ehrlich – kannten Sie jemanden, der Fernsehen am Handy regelmäßig genutzt hat? Mit August 2008 sagte der „große Bruder“ Deutschland dem minimalistischen Fernsehvergnügen Auf Nimmer Wiedersehen. Bei uns ist es mit Ende des Jahres 2010 soweit. Immerhin - alle Achtung und gut durchgehalten!

Wir brauchen's einfach in Makro-Optik

Obwohl einem doch irgendwie die Logik gesagt hatte, dass entspanntes Zusehen bei einem Butzi-Bildschirm weder den Augen noch den Sehfreuden Vergnügen bereitet. Ob wohl deshalb die Durchschnittszollgröße der verkauften Fernseher hinauf geht? Wohl kaum. Potsch'nkino bleibt eben Potsch'nkino.

Weil's zu schön ist, bitte hier doch der Link.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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