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Cosmos: Der letzte Vorhang fiel am Samstag; Gläubiger fordern 75 Mio. Euro

19.04.2010

Gut verlaufen seien die Abverkäufe in der Cosmos-Filiale in Brunn/Gebirge berichtet der Alpenländische Kreditorenverband. Mit Samstag, dem 17. April 2010, fiel der letzte Vorhang des Elektro-Filialisten. Nun liegen bis dato 1.509 Forderungsanmeldungen mit einer Gesamtsumme von rund 75 Mio. Euro vor.

„Die Rabatte von 40 Prozent haben erhebliche Umsätze gebracht. Das freut uns“, so Wolfgang Hrobar vom AKV Europa. „ Die Verkaufstätigkeit war in der Abwicklung sehr aufwändig, der Detailverkauf war aber im Interesse der Konkursmasse. Diese kleine Quelle hat jedoch den ausgetrockneten Strom natürlich nicht wesentlich ins Fließen bringen können.“

 

Eine Katastrophe bleibt das Cosmos-Ende für die 1.156 Dienstnehmer. Allein für das Jännergehalt liegen Dienstnehmerforderungen in Höhe von 1,43 Mio. Euro vor. Der Aufwand für Abfertigungen wurde mit weiteren 2,8 Mio. Euro kalkuliert, d.h. hier werden noch etliche Forderungen angemeldet.

 

Dazu Hrobar: “Die Prüfung von Anfechtungen wird noch zu erfolgen haben, auch in Anbetracht getätigter Rechtshandlungen, die gesetzt wurden, um den kumulierten Betriebsverlusten von ca. EUR 86,0 Mio. 2001 bis 2008 etwas entgegenstellen zu können. Wir denken dabei insbesondere an eine angemeldete Forderung der Gesellschafterin Nove-K aufgrund der Übernahme der Gesellschaftsanteile sowie den Erwerb von fällig gestellten Forderungen.“

 

Zumindest für die Gläubiger sei die rasche Schließung der angemieteten 27 Filialen goldrichtig gewesen, so der AKV. Vor allem in Hinblick auf die monatlichen Personalkosten in Höhe von ca. 2,5 Mio. und den monatlichen Mietaufwendungen von rund 1,2 Mio. Euro. Übrigens: An Mietaufwendungen inkl. Schadenersatz wegen vorzeitiger Auflösung wurden 13,8 Mio. Euro angemeldet.

OÖ: Stiftung für Cosmos-Mitarbeiter eingerichtet

 

Derweilen haben das Land Oberösterreich und das AMS eine Insolvenzstiftung für jene Cosmos-Mitarbeiter eingerichtet, die bisher noch keinen Job gefunden haben. 50 Beschäftigte haben nach dem Konkurs der Elektrohandelskette ihr Interesse bekundet. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, sich in einem Zeitraum von bis zu vier Jahren weiterzubilden, wobei aber auf eine schnelle Vermittlung in den regulären Arbeitsmarkt Wert gelegt werde, so Oberösterreichs Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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