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Black Friday 2018: zwischen Umsatzrekord und Katerstimmung

28.11.2018

Von einem Umsatzrekord berichten die Initiatoren des Black Friday-Sales nach der Rabattschlacht. Der Obmann des Wiener Handels kann sich darüber nicht sonderlich freuen. Wirklich wild ging es allerdings wieder in den USA her. Auch Schüsse fielen.    

Die Frage ist, wie viel verbrannte Erde Rabattschlachten auf Dauer in der Handelslandschaft zurücklassen.

„Bereits zum sechsten Mal in Folge konnte der Black Friday-Sale einen neuen Umsatzrekord erzielen“, ist Konrad Kreid, Geschäftsführer Black Friday GmbH, zufrieden. Auf den Portalen seines Unternehmens hätten die Zugriffe stark zugenommen. „Häufig nachgefragte Elektronikprodukte waren dieses Jahr Smartphones und Tablets der Marken Apple und Samsung sowie Spielkonsolen, wie etwa das Nintendo Switch“, so Kreid.

"Langfristig ein Schaden"

Doch auch abgesehen von Kreids Black Friday-Sale-Plattformen dürften die Schnäppchentage „voll durchschlagen“, wie Rainer Trefelik, Obmann der Sparte Handel in der Wiener Wirtschaftskammer, es gegenüber der APA ausdrückt. Für das Weihnachtsgeschäft im Handel seien das jedoch keine besonders glücklichen Vorzeichen. Es werde noch „eine schwere Partie“, so der Spartenobmann. Neben der Onlinekonkurrenz und den wöchentlichen Demonstrationen, würden auch die Rabattaktionen von "Black Friday" und  "Cyber Monday" die Stimmung unter den Händlern drücken. Schließlich würden die Schnäppchentage den Geschäften langfristig gesehen schaden. Das Weihnachtsgeschäft mit Rabatten zu beginnen sei auch für stationäre Händler der falsche Weg, ist Trefelik überzeugt. Er räumte gleichzeitig ein, dass es schwer sei, dagegenzuhalten.

Positiv stimmt den Spartenobmann zwar eine Umfrage der Wirtschaftskammer, laut der die Wiener in diesem Jahr durchschnittlich 360 Euro für Geschenke ausgeben wollen, dennoch sei die Stimmung gedämpft: Nur 20 Prozent der befragten Händler rechnen mit einem Umsatzplus. Rund 60 Prozent gehen davon aus, dass sich die Umsätze auf dem Vorjahresniveau halten werden und weitere 20 Prozent sind eher pessimistisch.

Der Black Friday GmbH-Chef sieht das anders als der Spartenobmann. Immer mehr Einzelhändler würden "das Potenzial rund um die Verkaufsveranstaltung erkennen", nicht zuletzt durch die umfassende Berichterstattung in praktisch allen Medien.

Wie viele Euro tatsächlich in Österreich an den Rabatttagen umgesetzt wurden, ist zur Stunde noch nicht klar. Im Vorfeld ging man vor zirka 100 Millionen Euro aus. Spannender wäre freilich der Ertrag.

Black Streitday

In der Heimat der Schnäppchentage, den USA, ging es heuer wieder wild her. Die Verbraucher haben am von Sonderangeboten geprägten Cyber Monday so viel im Internet bestellt wie noch nie zuvor. Das Geschäft am Montag nach Thanksgiving habe einen Rekordumsatz von 7,9 Milliarden US-Dollar (6,95 Mrd. Euro) erreicht, erklärten Marktforscher von Adobe Analytics. Auch der Black Friday sei rekordverdächtig gelaufen.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kommt es immer wieder zu Gewalt zwischen Schnäppchenjägern. Seit 2006 wurden nach einer Zählung der Website Blackfridaydeathcount.com elf US-Bürger an einem Black Friday getötet, 117 weitere wurden verletzt.

Dieses Jahr haben Schüsse am Schnäppchentag Black Friday in einem US-Einkaufszentrum für Panik gesorgt. Bei einem Streit in der Shopping Mall von Elizabeth im US-Staat New Jersey erlitt ein Mann Schussverletzungen am Handgelenk, teilte die Polizei mit. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Es habe sich jedoch um einen einzelnen Zwischenfall gehandelt.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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