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Während die Zeit vergeht, müssen immer mehr stationäre Händler zusperren. Sie können mit den Preisen im Online-Handel nicht mithalten.

Aufschrei des Wiener Handels

15.05.2019

Für den Wiener Handel werden die Auswirkungen des Online-Handels immer gravierender – immer mehr Jobs und Betriebe sind in Gefahr. Handelsobmann Rainer Trefelik fordert die Politik auf, endlich faire Steuerbeträge von ausländischen Online-Händlern zu verlangen.

Die Umsätze im Online-Handel wachsen international gesehen acht Mal schneller als stationär. „Unsere Händler haben kein Verständnis dafür, dass die Politik bei den Steuertricks der Online-Multis noch länger zusieht“, wettert Handelsobmann Rainer Trefelik in einer Presseaussendung. „Die heimischen Händler kommen immer stärker unter Druck. Sie nutzen die Chancen der Digitalisierung, so gut sie können, aber im Kostenwettbewerb mit ausländischen Online-Händlern haben sie die schlechteren Karten. Wir stellen uns dem Wettbewerb, fordern aber faire Rahmenbedingungen, und die kann es nur geben, wenn auch ausländische Online-Händler ihre in Österreich erwirtschafteten Gewinne voll versteuern“, stellt Trefelik fest.

Kritik an Digitalsteuer

Die von der Politik angekündigte Digitalsteuer auf Online-Werbung sei dafür aber kein geeigneter Weg. Ganz im Gegenteil, so Trefelik: „Sie macht Werbung für unsere Betriebe teurer, besteuert aber weiterhin nicht den Gewinn der ausländischen Online-Multis.“ Die fehlende Steuergerechtigkeit führe dazu, dass laufend heimische Händler aufgeben und schließen müssen, wie aktuelle Statistiken belegen. „Heimische Jobs, Wertschöpfung und Steuerbeiträge werden damit vernichtet“, so Trefelik.

Steueroasen-Paradies für Online-Konzerne

Laut EU-Kommission drücken sich internationale Online-Multis nicht nur in Österreich vor Abgaben: Ihren Gewinn versteuern sie am Ende des Tages mit durchschnittlich 9,5 Prozent, während vergleichbare Unternehmen mit traditionellen Geschäftsmodellen im Schnitt 23,5 Prozent zahlen. Dieser Problematik sind sich auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und die OECD bewusst. Initiativen einiger Länder, daran gemeinsam etwas zu ändern, wurden bisher allerdings von jenen Staaten blockiert, die den Konzernen steuerliche Zuflucht bieten – darunter auch Mitgliedstaaten der EU.

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