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Auf die Compact Cassette gekommen: 50 Jahre Bandsalat

22.08.2013

In welchen Zusammenhang stehen ein Bleistift und eine Musikkassette? Unsere Kinder werden ihn nicht kennen. Der nostalgische Tonträger feiert einen runden Geburtstag. Vor 50 Jahre, genauer gesagt am 28. August 1963, stellte Philips die sogenannte Compact Casette auf der 23. Internationalen Funkausstellung in Berlin vor – schlauerweise zusammen mit dem dazugehörigen Rekorder.

Statt Lady Gaga und Pink stürmten 1963 Freddy Quinn oder Conny Francis die Charts. Mit der meist nur als Kassette bezeichneten Compact Casette und dem Rekorder ließen sich erstmals Hits wie „Junge, komm bald wieder“ direkt aus dem Radio oder von einer LP aufzeichnen. In den 50 Jahren erlebte die Compact Cassette einen beachtlichen Evolutions-Schub: Der Monoton wurde bald durch Stereo ersetzt. Die Spielzeit wuchs erst auf 90, dann auf 120 Minuten. Die Wiedergabe hoher Töne versuchten die schlauen Entwickler-Köpfe mit Chromdioxid und Reineisen-Band zu verbessern. Technikern der Dolby-Labors gelang es, das Rauschen zu unterdrückten. Geschwindigkeitsschwankungen unterbanden die Entwickler mit leicht laufenden Kassetten und massiven Metallgehäusen. Revolutionär mutete Autoreverse-Technik an, die Kassetten automatisch umdrehte. Ende der 1970er machte Sony die Kassette mit der Erfindung des Walkmans mobil.

Für den gelegentlichen Bandsalat braucht es keine Technik, da reichte ein einfacher Bleistift. Die Bezeichnung „Musikkassette“ ist für eine Compact Cassette übrigens falsch. Das sind eigentlich die Kassetten, die bereits vorbespielt verkaufte Kassetten werden.

 

Nicht alle begrüßten die Markteinführung der Compact Cassette in den 1960ern. Zu den Gegnern gehörte die Musikindustrie: „Home taping is killing music" druckten britische Plattenfirmen erbost auf ihre LP-Hüllen. Im DDR-Radio hingegen lasen Moderatoren die Musiktitel vor, um den Hörern das Mitschneiden zu erleichtern.

 

Noch heute lässt sich mit den Kassetten Kasse machen. „Auch wenn sich mittlerweile digitale Speicher- und Abspielmedien durchgesetzt haben, gibt es immer noch eine große Kassettenkultur. Kassetten wecken Kindheitserinnerungen, versprühen einen besonderen Charme und sind nicht nur bei Sammlern beliebt − in manchen Familien werden ganze Hörspielsammlungen vererbt“, meint Daniel Arfi, Marketing Manager Audio bei Philips. „Wegen ihrer Robustheit und der einfachen Technik ist das altbewährte Medium auch in den Entwicklungsländern weit verbreitet. Philips vermarktet bis heute Geräte, die auch Kassetten abspielen können – zum Beispiel die Soundmaschine AZ787 oder die Microanlage MCM1120.“

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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