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Ulrich Spiesshofer, Vorstandschef ABB, fügt seinem Unternehmen mit der Übernahme auch den Bereich Industrieautomation hinzu.

ABB übernimmt Bernecker + Rainer

04.04.2017

Der Schweizer Elektrotechnik-Konzern ABB übernimmt die auf Industrieautomatisierung spezialisierte Innviertler Paradefirma Bernecker + Rainer Industrie-Elektronik mit Sitz in Eggelsberg mit 3000 Mitarbeitern und 600 Millionen Dollar Umsatz. Geschätzter Kaufpreis: knapp zwei Milliarden Dollar, schreibt Presse online.

ABB-Vorstandsvorsitzender Ulrich Spiesshofer hat die Übernahme in einer Webkonferenz internationalen Medien präsentiert. Dabei verwendete der deutsch-schweizerische Vorstandschef immer wieder Superlativen. B&R, noch immer im alleinigen Besitz der beiden nun 66 Jahre alten Gründer, bietet Produkte, offene Lösungen und Software für Maschinen- und Fabrikautomation an. In der Industrieautomation kommen ABB und B&R gemeinsam auf einen Umsatz von rund 15 Milliarden Dollar.

So sei diese Übernahme in der Geschichte des Unternehmens aus strategischen Gesichtspunkten der wichtigste Deal überhaupt. ABB war als Technologieunternehmen bisher mit dem „Geburtsfehler“ ausgestattet, keine Industrieautomation zu haben. Mit B&R, das seit der Gründung 1979 zu einem führenden unabhängigen Industrieautomatisierer geworden ist, sei dieser historische Lücke nun behoben. Die Übernahme sei „total sinnvol“. Beide Unternehmen würden „perfekt für die digitale Ära“ zusammen passen.

Globales Zentrum in Eggelsberg

Spiesshofer sagte, der Unternehmenssitz von B&R in Eggelsberg werde das globale Zentrum für die neue Sparte Maschinen- und Fabriksautomation. Die eigenen Aktivitäten von ABB im Bereich speicherprogrammierbare Steuerungen und Servo-Antriebe werden in die neue Geschäftseinheit eingebracht. Spiesshofer betonte auch, dass es keine wesentlichen Überlappungen in den Geschäften gebe. ABB ist in der Automatisierung von Versorgungsunternehmen und im Transport- und Infrastrukturbereich stark. B&R bietet Lösungen für die Maschinen- und Fabriksautomation für diverse Industriekunden - von der Nahrungsmittel über die Verpackungs- und Kunststoffbranche.

Hans Wimmer, Geschäftsführer von B&R, sagte in der Videokonferenz, dass die Entwicklung für B&R mit ABB positiv sei. „Wir sind stolz, dass wir in der Position sind, hier ein weltweites Headquater zu bilden.“ In der Entwicklung des Unternehmens werde ein neues Kapitel aufgeschlagen. B&R machte zuletzt mehr als 600 Millionen US-Dollar Umsatz - so die Darstellung in der ABB-Präsentation. Spiesshofer verwies darauf, dass das Innviertler Familienunternehmen in den vergangenen Jahren eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von elf Prozent erreichte, während der Markt der Industrieautomation um vier Prozent pro Jahr wuchs.

Gemeinsam würden ABB und B&R nun dem Industrieautomatisierer Nummer eins, Siemens, weltweit näher rücken.

Gegenüber den OÖN stellte Spiesshofer auf Anfrage klar, dass der Markenname B&R erhalten bleibe. Das ist „eine wichtige Marke“ in der Welt der Industrieautomation. Der Deutsch-Schweizer zeigte auch die Dimension für den Standort auf: Die Sparte Maschinen- und Fabriksautomation sei ein bedeutender Teil der 15 Milliarden Dollar starken Industrieautomations-Division. Diese wird von Oberösterreich aus geleitet. Das bedeute auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Universitäten und Ausbildungsstätten.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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