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Das Christkind könnte heuer nicht nur Geschenke, sondern auch einen Weihnachtsumsatz von mehr als 1,65 Milliarden Euro bringen

Weihnachtsgeschäft: Optimistische Stimmung im Handel

19.12.2017

Die drei Advent-Einkaufssamstage waren für den heimischen Handel mehr als positiv. Gegenüber dem Vorjahr gab es erfreuliche Steigerungen. Der Einzelhandel hofft daher für 2017 insgesamt auf einen Weihnachtsumsatz von mehr als 1,65 Milliarden Euro.

Die Stimmung im Handel ist gut. Die drei Advent-Einkaufssamstage ließen die Kassen kräftig klingeln. Am 1. Dezember 2017, dem ersten Einkaufssamstag vor Weihnachten, konnte sich der stationäre Handel gegenüber 2016 über zwei Prozent mehr Umsatz freuen. Der zweite Einkaufssamstag übertraf das Vorjahresniveau um vier Prozent und auch der dritte Einkaufssamstag schloss, trotz milder Temperaturen, mit einem Plus von drei Prozent ab. Auch am Feiertag (8.12.) war der Umsatz völlig unerwartet um zwei Prozent höher als im Vorjahr, gab die WKO bekannt.

Zwei Umsatztage weniger

Da die Wochentage mit der Umsatzentwicklung aber nicht mitgehalten haben, liegt der bisherige Weihnachtsumsatz im stationären Handel ein Prozent über dem Vorjahr. Bei On- und Offline zusammen gibt es bis zum dritten Einkaufssamstag ein Plus von 1,5 Prozent. Vom  ersten 1. bis 16. Dezember  2017 erzielte der stationäre Einzelhandel knapp 60 Prozent der bisherigen Weihnachtsumsätze. Die Einzelhändler sind daher für das so wichtige Weihnachtsgeschäft äußerst optimistisch. 35 Prozent gehen davon aus, dass die hohen Vorjahresumsätze übertreffen zu können. Eine sichere Bank ist es aber nicht. „Heuer haben wir zwei Umsatztage weniger als 2016. Das  Christkind könnte also noch ausgebremst werden“, gibt Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich, jedoch zu bedenken.

Intensive Schlussoffensive

Sollte der vierte Weihnachtssamstag, der heuer auf den immer sehr starken 23. Dezember fällt, aber ebenso gute Umsatzzuwächse bringen wie die anderen Advent-Einkaufssamstage, rechnet die WKO heuer mit einem Weihnachtsumsatz von mehr als 1,65 Mrd. Euro (brutto, inkl. Umsatzsteuer). Vorausgesetzt die Umsätze zwischen Weihnachten und Silvester erreichen die 10-Prozent-Marke des gesamten Weihnachtsgeschäfts. Der Handelsverband ist noch eine Spur optimistischer. Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, geht heuer von 1,7 Mrd. Euro aus. „Wir erwarten eine intensive Schlussoffensivebis Heiligabend“, so Will.

Wichtig für das Jahresergebnis

Wie wichtig das Weihnachtsgeschäft für den Handel sieht man daran, dass die Dezemberumsätze um rund 27 Prozent über einem durchschnittlichen Monatsumsatz liegen. Das heißt, der heimische Einzelhandel erzielt im Dezember zusätzlich 2,2 Prozent des gesamten Jahresumsatzes. Das klingt sehr viel, war aber im Jahr 2000 (3,3%) und 2007 (2,5%) noch wesentlich höher. Für einige Branchen spielt das Weihnachtsgeschäft sogar eine entscheidende Rolle für das wirtschaftliche Überleben. An der Spitze steht der Spielwareneinzelhandel, der 14 Prozent des gesamten Jahresumsatzes im Weihnachtsgeschäft erzielt. Auch der Elektroeinzelhandel, wo sechs Prozent des Jahresumsatzes auf Weihnachten entfallen, braucht die Weihnachtsumsätze für ein positives Jahresergebnis.

Plus bei Lebensmittel und Elektrogeräten

Im bisherigen Weihnachtsgeschäft hat der Schuh- und Lederwareneinzelhandel mit einem Wachstum von sieben Prozent das höchste Umsatzplus erzielt. Auf Platz 2 folgt mit einem Umsatzplus von vier Prozent der Sportartikeleinzelhandel - ebenfalls eine Branche, die von der winterlichen Wetterlage profitiert. Ein Über ein Umsatzplus gegenüber dem Weihnachtsumsatz des Vorjahres können sich auch der Lebensmitteleinzelhandel sowie der Einzelhandel mit Elektrogeräte, Computer und Fotoartikeln freuen. Umsatzrückgänge im Advent verzeichnete hingegen der Spielwareneinzelhandel. Anscheinend werden viele Spielwaren schon viel früher gekauft, und dann auch nicht immer nur im Spielwareneinzelhandel. Denn laut einer Umfrage von Marketagent.com steht Spielzeug auf der Liste der voraussichtlichen Weihnachtsgeschenke unangefochten auf Platz eins. Elektronische Geräte belegen hingegen, nach  Kosmetikprodukten, Bekleidung, Süßigkeiten, Bücher und personalisierten Geschenken den sechsten Platz.

Autor/in:
Alice Rienesl
Original erschienen am 19.12.2017: Handelszeitung.
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