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Preissuchmaschine geizhals.at beurteilt das veränderte Kaufverhalten aufgrund seiner Suchanfragen.

So ändert sich das Kaufverhalten in der Krise

23.03.2020

Das Preisvergleichsportal Geizhals verzeichnet seit den drastischen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 ein teilweise stark verändertes Kaufverhalten innerhalb Österreichs.

Seit 16. März gelten in ganz Österreich Ausgangsbeschränkungen um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Während der Lebensmittelhandel vor allem bei Hygieneprodukten (z.B. Toilettenpapier und Desinfektionsmittel) oder Nudeln starke Anstiege verspürte, hat sich auch in anderen Bereichen des Handels die Nachfrage markant verschoben.

Webcams werden knapp

Österreichische Unternehmen wurden von der Bundesregierung angehalten, soweit es machbar ist, den MitarbeiterInnen Home Office zu ermöglichen. Die aktuellen Zahlen spiegeln diese Maßnahmen eindrucksvoll wider: So ist die Nachfrage nach Produkten, wie Monitore, Drucker und Docking Stations um über 50% innerhalb von 7 Tagen angestiegen. Die Nachfrage nach Webcams ist um über 1000% gewachsen, was zu starken Preisanstiegen und Lieferschwierigkeiten geführt hat. Günstige Modelle sind derzeit kaum mehr zu bekommen. Die signifikanten Anstiege bei Webcams und Notebooks sind aber auch ein Indikator dafür, dass die digitale Kommunikation im privaten Bereich zugenommen hat.

Für großen Unmut der Elektrohändler sorgt aber derzeit, dass Supermärkte - die ja lediglich aufgrund der Versorgung der Bevölkerung mit Lebens- und Putzmitteln, Hygieneartikeln und Tierfutter offen halten dürfen - derzeit scheinbar beste Geschäfte mit Elektronik machen. Verschärft wird die Situation dadurch, dass zu den üblichen Handelsketten nun auch Gewerbeversorger Metro seine Märkte für Endverbraucher geöffnet hat.  Ein Wiener Elektrohändler schäumt: "Wenn ich meine Telekomabteilung öffnen möchte, müsste ich eine massive räumliche Trennung zum Rest meines Sortiments herstellen und beim Lebensmittelhandel ist’s egal?“ Dem Vernehmen nach soll zeitnahe aber eine Verordnung des zuständigen Ministeriums für Klarheit sorgen.

Unterhaltung und Bewegung in den eigenen vier Wänden

Während die Nachfrage nach Smartphones und Fernsehern um knapp 20% zurückgegangen ist, sind es vor allem die Spielekonsolen, die derzeit sehr gefragt sind. Eine Nachfrage-Steigerung von 194% ist derzeit bei Sonys PlayStation 4 zu beobachten, aber auch Microsofts Xbox One (+121%) und Nintendos Switch (+119%) sind sehr begehrt. Während die Ausgaben für Spiele und Konsolen bei Sony und Nintendo recht stabil geblieben sind, so muss derzeit für Xbox One Spiele wieder etwas mehr ausgegeben werden als zuletzt, auch wenn diese im Schnitt immer noch günstiger sind als die Konkurrenz.

Um sich fit zu halten, werden vermehrt Fitnessgeräte eingekauft – Rudergeräte sind mit einer Nachfragesteigerung von 346% sehr populär.

Mehrausgaben bei Haushaltsprodukten

Preisanstiege und Lieferengpässe bei Desinfektionsmitteln hat zu einem Rückgang der Nachfrage geführt. In vielen anderen Bereichen ist die Nachfrage allerdings rasant gewachsen: Die Nachfrage nach Brotbackautomaten ist um rund 400% gestiegen, aber auch Gefriergeräte (+299%), Fieberthermometer (+191%), Hundefutter (+219%) und Windeln (+60%) sind sehr gefragt. Der gesteigerte Bedarf führt auch hier dazu, dass die Preise merklich anziehen und Lagerbestände knapp werden.

Methodik der Analyse: Es wurden die Händler Clickouts auf geizhals.at aus zwei verschiedenen Zeiträumen miteinander verglichen.


1. Zeitraum: 4. – 10. März 2020

2. Zeitraum: 11. – 17. März 2020


Die Infografiken können hier abgerufen werden.
Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Original erschienen am 23.03.2020: Handelszeitung.
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