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Unter den zehn besten Online-Shops in Österreich finden sich vier Elektro-Händler

Online-Handel boomt in den Alpenländern

29.11.2017

Die Umsätze der Online-Shops in Österreich und der Schweiz haben im Vorjahr kräftig zugelegt, wie die neue Studie „„E-Commerce-Markt Österreich/Schweiz 2017“ von EHI und Statista zeigt. Vor allem die Big Player hatten die Nase vorne, die Kleinen tun sich dabei schwerer.

Der Onlinehandel in Österreich und der Schweiz zeigt sich stark und dynamisch. So ist der Umsatz der Top-250-Onlineshops in Österreich 2016 um 8,6 Prozent gewachsen, in der Schweiz liegt die Umsatzsteigerung bei knapp 9 Prozent. „Das Wachstum findet sich allerdings vor allem bei den jeweils 150 umsatzstärksten Onlineshops – danach sind die Wachstumsraten geringer oder sogar negativ“, erklärt Christoph Langenberg, Projektleiter Forschungsbereich E-Commerce im EHI Retail Institut. Für Bewegung im E-Commerce-Markt der Alpenländer sorgen zudem zahlreiche Neueinsteiger in den jeweiligen Rankings der 250 umsatzstärksten Onlineshops. Ein Rückgang zeigt sich hingegen bei den Mehrkanal-Aktivitäten in beiden Ländern. So ist die Anzahl der Multi- und Omnichannel-Händler in beiden Ländern gesunken.

Neueinsteiger sorgen für Bewegung

Die Marktkonzentration, die in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist, hat in beiden Alpenländern nicht weiter zugenommen, bleibt aber auf hohem Niveau. So erwirtschafteten die zehn umsatzstärksten österreichischen Onlinehops mit zusammen 1,2 Mrd. Euro knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes der Top 250 (2,5 Mrd. Euro). Bei den Schweizer Nachbarn kommen die Top-10-Onlineshops mit 2,7 Mrd. Euro Umsatz auf einen Anteil von 43,8 Prozent des Gesamtumsatzes aller Shops des Rankings (6,1 Mrd. Euro).

Dennoch zeigt sich reichlich Bewegung im Onlinemarkt der Alpenländer. In Österreich schafften es 58 neue Onlineshops ins Ranking. Davon konnten 8 Shops sogar in die Top 100 vordringen. In der Schweiz sind 28 Onlineshops neu ins Ranking eingestiegen, ebenfalls mit einigen Vertretern unter den Top 100. Während vorwiegend die Newcomer und die Shops auf den Plätzen 1 bis 150 vom Online-Boom profitieren, bleiben viele kleinere Shops auf der Strecke. Auf den hinteren hundert Plätzen in der Schweiz werden durchschnittlich nur noch kleine einstellige Wachstumsraten erzielt. Die Onlineshops der Plätze 151 bis 250 in Österreich mussten im Schnitt sogar Umsatzrückgänge hinnehmen.  

Weniger multi – mehr mobil

Die Analyse der Mehrkanal-Aktivitäten der Top-250-Onlineshops zeigt, dass die Anzahl der Multichannel-Händler im Ranking beider Länder ein wenig rückläufig ist. In Österreich setzen noch 99 Onlineshops auf das Multichannel-Model, d. h. sie verfügen zusätzlich zum Onlineshop über stationäre Filialen oder einen Print-Katalog. Das sind 10 Shops weniger als im Vorjahr. Auch die Verbreitung von Cross- und Omnichannel-Commerce ist in Österreich leicht gesunken. Bei 60 Shops lässt sich eine Verknüpfung der Kanäle erkennen, im Vorjahr waren es noch 65 Shops. Somit sind in Österreich die Online-Pureplayer, die mit 91 Shops im Ranking vertreten sind, mit den Multichannel-Händlern mittlerweile fast gleichauf. In der Schweiz haben die 102 Singlechannel-Händler die Multichannel-Händler, die noch mit 96 Shops vertreten sind, in diesem Jahr sogar quantitativ überholt und dominieren damit das Ranking. Auf das Omnichannel-Modell setzen im Ranking der Schweiz noch 52 Onlineshops. Letztes Jahr waren es noch rund 60 Shops mit Kanalverknüpfung.

Im vergangenen Jahr hat sich bereits abgezeichnet, dass Mobile im Onlinehandel der Alpenländer endgültig zum Pflichtprogramm geworden ist. Unter den Shops im österreichischen Ranking bieten nur noch 7 Singlechannel-Händler keine mobile Variante ihres Shops an, im Vorjahr waren es noch 13. Bei den Online-Pureplayern in der Schweiz haben zehn Händler ihren Onlineshop nicht für mobile Endgeräte angepasst.

Die Studie „E-Commerce-Markt Österreich/Schweiz 2017“, in der die jeweils 250 umsatzstärksten Onlineshops untersucht wurden, ist im EHI-Shop erhältlich.

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