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Studienautorin Monika Wanjek und Geschäftsführer der AEA, Peter Traupmann

Studie: Selbstfahrende Fahrzeuge in zehn Jahren

17.01.2018

Laut Experten wird Mobilität in Zukunft verstärkt als Dienstleistung angeboten werden, bereits in zehn Jahren werden selbstfahrende Fahrzeuge in bestimmten Bereichen unterwegs sein.

Die Österreichische Energieagentur (AEA = Austrian Energy Agency) präsentierte heute die Ergebnisse einer Studie, in der 123 Experten zur Zukunft der Mobilität befragt wurden. 8 von 10 Befragten sind der Meinung, dass sich bei im Personen- und Güterverkehr künftig verschiedene Energieträger zum Einsatz kommen werden. Im Personenverkehr würden sich batteriebetriebene PKWs durchsetzen, bei Transporten ab 3,5 Tonnen erwarten die Befragten eher Fahrzeuge, die mit Brennstoffzellen oder Wasserstoff angetrieben werden.

Für die Verbreitung von E-Fahrzeugen mit Batterie sei laut Experten vor allem eine passende und ausreichend zur Verfügung stehende Lade-Infrastruktur ausschlaggebend, die Förderungen der Anschaffungskosten dagegen haben nur geringe Bedeutung.

Rückgang des Individualverkehrs und „Mobility as a Service“

Multimodale Mobilitätsstationen sind öffentliche Standorte, an denen verschiedene Angebote von Verkehrsmitteln, wie etwa Fahrräder, Carsharing und öffentlicher Verkehr zur Verfügung gestellt werden. Drei Viertel der Befragten schätzen die Bedeutung dieser Stationen als hoch ein, 93 Prozent glauben, dass sich durch diese neuen Verkehrsknotenpunkte unser Verkehrsverhalten ändern werde. Vor allem erwarten die Experten einen Rückgang des motorisierten Individualverkehrs.

Fast drei Viertel der Befragten messen dem Ansatz, Mobilität als Dienstleistung anzubieten, eine hohe Bedeutung bei. 71 Prozent sehen dieses Konzept des „Mobility as a Service“ auch als Alternative zum Besitz eines eigenen PKWs. Die Zahlungsbereitschaft dazu ist jedoch gering und wird auf 85 Euro pro Monat geschätzt. Peter Traupmann, Geschäftsführer der AEA, sagt dazu: „Es wird sich erst zeigen, ob sich diese innovativen Konzepte wirtschaftlich abbilden lassen. Das wird letztlich wesentlich von den Rahmenbedingungen und der Anzahl der Nutzerinnen und Nutzer abhängen.“

Selbstfahrende Fahrzeuge in manchen Bereichen, aber nicht flächendeckend

80 Prozent der Experten glauben, dass Gebiete, in denen keine CO2-ausstoßenden Fahrzeuge mehr unterwegs sein dürfen, 2030 zum normalen Alltag in europäischen Städten gehören werden. Knapp drei Viertel sehen in zehn Jahren Anwendungsfelder für vollautomatisierte Fahrzeuge, wie etwa an Industriestandorten, Flughäfen, oder auf Autobahnen. Auch U- und Eisenbahnen werden autonom fahren, flächendeckendes selbstständiges Fahren im privaten Bereich wird jedoch noch nicht in diesem Zeitraum erwartet.

9 von 10 Befragten sind der Meinung, das E-Commerce private Besorgungswege ersetzen wird, sie rechnen mit einer Reduktion um 40 Prozent. Die Auswirkungen auf das gesamte Verkehrssystem seien heute noch nicht absehbar, meint Traupmann. Möglicherweise könnte durch wiederum erhöhten Freizeit- und Zustellverkehr das Gesamtverkehrsaufkommen sogar gesteigert werden.

Informations- und Kommunikationstechnologien werden bei der Weiterentwicklung des Verkehrssystems eine bedeutende Rolle spielen. 86 Prozent der Experten glauben, dass besonders etablierte Mobilitäts- und Verkehrsdienstleister von dieser Entwicklung profitieren werden, auf Platz zwei folgen mit 57 Prozent die IT-Unternehmen. 54 Prozent der Experten gaben an, dass auch Energieunternehmen davon profitieren würden.

Original erschienen am 17.01.2018: Elektromobilität.
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