Direkt zum Inhalt
Verhältnis E-Auto-Quote und Ausfallstunden

E-Mobilität: Flexible Ladezeiten als Alternative zum Netzausbau

22.01.2018

In Deutschland kann es aufgrund von Elektromobilität bereits 2032 flächendeckend zu Engpässen in der Stromversorgung kommen. In einer Oliver Wyman-Analyse wird die Flexibilisierung der Ladevorgänge als Alternative zum konventionellen Netzausbau genannt.

Ab einer E-Auto-Quote von 30 Prozent kann es zu Engpässen bei der Stromversorgung kommen, wie  in der Oliver Wyman-Analyse „Der E-Mobilitäts-Blackout“ aufgezeigt wird. Damit ist in Deutschland ab 2032 flächendeckend zu rechnen. In Stadtrandlagen mit einer hohen Affinität der Bevölkerung zur Elektromobilität kann es bereits in fünf bis zehn Jahren so weit sein. Thomas Fritz, ein Autor der Analyse, rechnet vor, dass bei einer Ortsnetzgröße von 120 Haushalten bereits 36 Elektroautos ausreichen würden, das Netz zu überlasten. Um dies zu vermeiden, müssten die Netzbetreiber in Deutschland unter den aktuellen Rahmenbedingungen und bei einer Elektrifizierung der Automobile von 50 Prozent bis zu elf Milliarden Euro in den Ausbau ihrer Netze investieren.

Netzauslastung verteilen durch flexible Ladevorgänge

Die Flexibilisierung der Ladevorgänge könnte eine Alternative zum konventionellen Netzausbau sein, wie in der Analyse beschrieben wird. Die Ladevorgänge bei Elektroautos sind in der Regel so kurz, dass diese in der Nacht meist am Netz angeschlossen sind, ohne aktiv geladen zu werden. Ladevorgänge müssten deshalb nicht in jenem Moment starten, in dem sie ans Netz angeschlossen werden, sondern auch später. So könnte der Ladevorgang bei den Autos zeitlich versetzt starten und die Netzauslastung über einen längeren Zeitraum verteilt werden. Damit wäre die Gefahr eines flächendeckenden Stromausfalls minimiert.

Für die Umsetzung wäre vor allem eine intelligente Softwarelösung notwendig. Gelänge es den Netzbetreiber, mindestens 92,5 Prozent der Besitzer von E-Fahrzeugen für das flexible Laden zu gewinnen, wäre ein Ausbau des Netzes überflüssig, selbst wenn die E-Auto-Quote 100 Prozent beträgt. „Wenn ein Netzbetreiber eine hinreichend große Anzahl an E-Mobil-Besitzern von der Teilnahme am flexiblen Laden überzeugen kann und gleichzeitig entsprechende regulatorische Rahmenbedingungen in Deutschland geschaffen werden, ist das flexible Laden eine echte Alternative zum konventionellen Netzausbau“, meint Thomas Fritz.

Werbung

Weiterführende Themen

Hyundai hatte zuletzt auf der CES ein intelligentes Cockpit vorgestellt, welches Fahrer und Auto miteinander vernetzen soll.
E-Mobility
18.01.2018

Umgerechnet 17,6 Milliarden Euro will Hyundai laut südkoreanischer Regierung für Elektro-Autos, selbstfahrende Fahrzeuge und Künstliche Intelligenz aufwenden.

Stecker statt Tank­rüssel: Für die Kids wird das schon bald eine ganz selbstverständ­liche Sache sein.
E-Mobility
09.01.2018

e-mobility Die Route ist klar, der Weg führt in die Elektromobilität. Für das Elektrohandwerk ergeben sich dabei viele Chancen, die Errichtung der erforderlichen Infrastruktur verspricht ein gutes ...

Continental fährt bei den Ladetechniken dreispurig
E-Technik
09.10.2017

Wie lassen sich Elektrofahrzeuge effizient, schnell und komfortabel mit Strom „betanken“? Continental präsentiert neue und innovative Systeme auf der 30. International Electric Vehicle Symposium ...

Das neue Führungsteam von Kreisel Electric (v.l.): Philipp Kreisel (CEO), Johann Kreisel (CEO), inmitten: André Felker, der neue CMO, Christian Schlögl (CEO) und Markus Kreisel (CEO).
E-Technik
09.08.2017

Kreisel Electric erweitert das Führungsteam um André Felker, der als Chief Marketing Officer nun mit an Bord ist.

v.l.n.r.: DHL Paket Österreich Geschäftsführer Günter Birnstingl, BM Jörg Leichtfried, Konzernvorstand Jürgen Gerdes
Branche
06.07.2017

Ab Juli 2017 CO2-neutrale Lieferung in Wien-Margareten

Werbung