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Zu teuer? AK lässt kein gutes Haar an Calling Card- und Call-Through-Anbietern

12.12.2007

Grundlage für diese Erkenntnis der Arbeiterkammer: Ein Test für Auslandsanrufe bei fünf Anbietern über Einwahlnummern - so genannte Call-Through-Anbieter - und vier Calling Cards.

Call-Through-Anbieter verrechnen meist schon ab der Verbindung zur Einwahlnummer und daher auch dann, wenn der Angerufene gar nicht abhebt, kritisiert die AK. Gleichzeitig seien Calling Cards oft intransparent: unklare Gesprächstarifangaben, keine Info zur Taktung und/oder kurze Ablaufdaten. Teilweise seien die untersuchten Tarife sogar teurer als bei Festnetzanbietern.

Call-Through-Anbieter treten im Internet vor allem als Spezialisten für günstige Auslandsanrufe auf. Der Anrufer wählt eine (oft kostenpflichtige) Einwahlnummer und ist zunächst nur mit dem Tonband des Dienstleisters verbunden - hier beginnt schon der Gesprächszähler zu laufen, auch wenn der Angerufene nicht erreichbar ist. Nach Preisinfo und Eingabe der Rufnummer wird mit dem Gesprächspartner verbunden.

Bei der Kostenkontrolle ist ein gutes Gedächtnis gefragt - in der Telefonrechnung scheint nur eine abgerechnete Mehrwertnummer 0810x, 0820x oder 0900x auf, nicht aber die angerufene Nummer. Mühsam: Bei Fragen oder Beschwerden kann der Anbieter nur per Mail erreicht werden, Telefonnummern gibt's keine im Web.

Calling Cards werden in Trafiken oder Postämtern um einen Guthabensbetrag (5 bis 40 Euro) gekauft. Problematisch: Das rasche Ablaufdatum einiger Cards - sie gelten zwei bis zwölf Monate - steht nicht immer auf der Karte drauf. Kurios: Teilweise werden "tägliche Erhaltungsgebühren" verrechnet - nicht benutzte Karten verlieren damit automatisch an Wert.

Die Preisbeispiele für Anrufe in die USA zeigen, dass Telefonieren - vor allem mit Calling Cards - durchschnittlich teilweise teurer ist als bei den günstigsten Festnetzanbietern. Durchschnittliche Telefonkosten für die USA bei den günstigsten Festnetzanbietern machen 3,04 Cent pro Minute aus, bei den Einwahl-Anbietern 3,52 Cent und bei den Calling Cards 8,65 Cent. Das billigste Festnetzangebot in die USA gibt es um 2,8 Cent pro Minute, der billigste Einwahl-Anbieter verrechnet 2,2 Cent pro Minute.

Die getesteten Calling Cards: Procard, Talk2000, Telekom Austria, eTel, Prepaid; die Einwahl-Anbieter: Austriaphone, Billignet, Telediscount, Pennyphone, Happytel.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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