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Zorn auf Media Markt: Werbegag erzürnt einen ganzen Ort

03.10.2013

„Ich bin doch nicht Oed.“ Mit diesem Slogan startet Media Markt in den Werbeherbst. Nur blöd finden den Gag die echten Bewohner von Oed bei Amstetten. Sie protestieren. Denn das Werbe-Oed wird als stinkfades Nest dargestellt, in dem skurrile und stereotype Vögel wohnen.   

„In diesen Filmen wird ein Ort Oed richtig negativ dargestellt. Und die Ortstafel wurde ohne uns zu fragen verwendet“, schimpft Josef Dirnberger, Bürgermeister der Marktgemeinde Oed-Öhling bei Amstetten, auf Kurier.at. Er ist sauer. Stinksauer. Wie viele andere Bewohner von Oed auch. Schuld ist Media Markt. Genauer gesagt sind’s die neuen Werbefilme, die den Zorn aufsteigen lassen.

Eine Landstraße, eine Ortstafel, grauer Himmel ein noch grauerer Wohnblock. Das ist die Ortschaft Oed in den Augen von Media Markt. Die skurrilen Bewohner werden komplett stereotypisiert. Da gibt’s die „fade Moni“, den schönen „Easy Rainer“, den „Mofa-Pepi“ oder „Fredl the Nerd“. Ihr Leben ist fad, keine Höhepunkte, kein Garnix. In Oed gibt’s nix.

Farbe ins öde Leben der Oeder bringt erst Media Markt. Yippie. Kurze Story, noch kürzerer Gag, dann kommt die Message: Smartphones, der Webshop, Lieferservice, effiziente Hausgeräte. So funktioniert die Media Markt-Werbung.  „Ich bin doch nicht Oed“, lautet passend der neue Claim

Widerstand

Den echten Oedern taugen diese Spots gar nicht. Auf Facebook und Twitter gibt’s Widerstand. Auch Bürgermeister Dirnberger meldete bei Media Markt Protest an, wie Kurier.at berichtet. Oed biete ein reges Vereinsleben, gute Infrastruktur mit Ärzten, Kindergarten und Volksschule. Eine triste Wohnhausanlage, wie in den Spots, gebe es hingegen nicht. Dass „Oed“ absolut nichts mit dem Wort „öd“ zu tun hat, betont Gemeinderat Otmar Langerreiter. Oed war im Mittelalter eine Art Plateau.

"Dieses Oed gibt es nicht"

700 Einwohner zählt Oed bei Amstetten. Ob sie nun noch den Media Markt in Amstetten aufsuchen werden? Bei der Elektronik-Kette bedauere man, dass die Oeder verärgert sind. Abändern will man die Kampagne aber nicht. „Im realen Leben gibt es dieses Oed nicht“, sagt Sprecherin Sigrid Anna Kuhn zu Kurier.at. Darum hätte auch niemand eine Befugnis zur Verwendung einer fiktiven Ortstafel erteilen können. Die Protagonisten der Kampagne seien zudem nicht öd, sondern witzig und smart.

Der Ärger um die Spots könnte sich noch ausbreiten. In Österreich gibt’s noch jede Menge andere Ortschaften namens Oed.

Hier können Sie sich selbst ein Bild von den neuen Media Markt-Spots machen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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