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Zankäpfel im Internet: Die Beschwerdefälle haben 2009 erstmals die 10.000er Grenze überschritten

04.06.2010

Nicht alles was sich liebt, neckt sich: Der „Internet Ombudsmann“ vermeldet für das Jahr 2009 eine Rekordzahl von Beschwerden: Mehr als 10 000 Fälle und damit um 36 Prozent mehr als im Jahr zuvor sind bei der außergerichtlichen Streitschlichtungsstelle eingegangen. Der Aufwärtstrend hält an.

Die Erfolgsquote von Kommissar „Internet-Ombudsmann“ ist dabei beachtlich: In knapp 90 Prozent der Fälle haben die Experten die gemeldeten Fälle auch gelöst. Bei den eingehenden Beschwerden handelte es sich hauptsächlich um vermeintliche „Gratis-Angebote“ auf die die Konsumenten hereinfielen.. Der zweithäufigste Beschwerdegrund mit 7,3 Prozent waren Lieferprobleme. Mit falschen Preisangaben hatten 2, 6 Prozent zu kämpfen.

 

Die Schlichtungsstelle hat vergangenes Jahr Fälle im Wert von 853.000 Euro bearbeitet. Die durchschnittliche Schadenshöhe pro Beschwerde lag bei 107 Euro und war somit geringer als im Jahr 2008 (151 Euro). Der Aufwärtstrend bei den Beschwerden reißt aber auch 2010 nicht ab. Mehr als 1000 neue Fälle treffen monatlich ein. Für das erste Quartal 2010 kann bereits ein Plus von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vermeldet werden.

 

"Die neuen Zahlen belegen abermals, wie wichtig es ist, dass es mit dem Internet Ombudsmann eine auf E-Commerce spezialisierte Beratungs- und Streitschlichtungsstelle gibt, die Konsumenten bei Problemen kostenlos und unkompliziert weiter hilft", so Bernhard Jungwirth, Projektleiter Internet Ombudsmann.

Was es mit den Gratis-Angeboten auf sich hat

Die Online-Trickbetrüger arbeiten stets mit ähnlichen Mitteln: Auf einer attraktiv gestalteten Webseite findet sich ein vermeintlicher Gratis-Download von diverser Software - im letzten Jahr handelte es sich dabei verstärkt um OpenOffice, Adobe Reader und Firefox. Die Kosten werden dabei gekonnt verschleiert und der Konsument erlebt erst Wochen später die böse Überraschung, die dann in Form einer Rechnung ins Haus flattert und mit Rechtsanwalt und Inkasso-Büro droht. Nicht selten bezahlen viele Leute dann auch, weil sie sich eingeschüchtert fühlen. Besonders pikant: Selbst Leute, die die Webseite nie besucht haben, können von derartigen Zahlungsaufforderungen überrascht werden.

 

Watch Out

Als Orientierungshilfe und um weiteren Schaden zu verhindern, führt der Internet Ombudsmann eine eigene Watchlist verdächtiger Domains bzw. Betreiber, die regelmäßig ausgebaut und aktualisiert wird, durch. Auf http://www.ombudsmann.at finden Hilfesuchende neben der Watchlist der "schwarzen Schafe" unter den Online-Anbietern auch Musterbriefe für den Rücktritt von solchen Angeboten und Tipps zu anderen häufigen Problemen.

Auf www.ombudsmann.at kann man seinen Beschwerdeantrag mit der Bitte um Unterstützung und außergerichtliche Streitschlichtung melden.

 

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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