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Die Insolvenzen im H1 in der Übersicht.

Zahl der Firmen-Insolvenzen steigt

05.07.2016

Wie der KSV1870 mitteilte, ist die Zahl der Firmeninsolvenzen in Österreich m ersten Halbjahr 2016 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 4,7 Prozent gestiegen. In Summe wurden 2652 Unternehmen insolvent. Die zu regulierenden Schulden sind insgesamt auf  1.785 Mio. Euro hochgeschnellt - ein Plus von etwa 115 Prozent.

Hans-Georg Kantner, KSV1870 Leiter Insolvenz, sind diese Zahlen aber noch kein Grund zur Beunruhigung. „Die Verdopplung der Insolvenzverbindlichkeiten lässt sich im Wesentlichen auf drei Fälle zurückführen und ist somit kein Massenphänomen innerhalb der Insolvenzlandschaft.“ Gemeint sind die Groß-Insolvenzen der Holding-Gesellschaften Activ Solar und Slav, die den ukrainischen Brüdern Kliujev zugeordnet werden und den Fall der Glückspielgesellschaft CBA, die sich steuerlichen Forderungen von über 300 Millionen gegenüber sieht. „Auch der 5-prozentige  Anstieg der Unternehmensinsolvenzen ist kein Alarmsignal“, glaubt Kantner. Aber: „ Es bleibt der Befund, dass die Fälle nicht nur mehr, sondern tendenziell auch wieder größer geworden sind“.  

Eine Trend auf den der KSV1870 hinweist:  Mit 1.625 Fällen (+ 6,9 %) sind deutlich mehr Verfahren eröffnet als  - mangels Vermögens - abgewiesen wurden. Die Zahl der Nicht-Eröffnungen beläuft sich auf nur 1.027 Fälle (+ 1,3 %). Der KSV1870 befürwortet aber, dass alle Insolvenzen eröffnet werden, auch solche bei denen vermeintlich kein ausreichendes Vermögen vorhanden ist. Der Verein stützt sich dabei auf eine eigene Langzeitanalyse, die von Otto Zotter, Leiter des KSV1870 Linz, erstellt wurde. Der Autor errechnet dabei unter anderem einen finanziellen Nutzen von 80 Millionen Euro brutto für Gläubiger und Volkswirtschaft. Zudem könnten mehr Unternehmen vor allem im kleingewerblichen Bereich saniert werden.

Im Ausblick für den Rest des Jahres geht der KSV1870 von einem moderaten Anstiegs der Insolvenzen aus, insgesamt  sollen die Insolvenzzahlen mäßig über dem Wert des Jahres 2015 zu liegen kommen  Das relative Absinken der Abweisungen soll sich auch im zweiten Halbjahr 2016 fortsetzen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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