Direkt zum Inhalt

„Wollen Veränderungen gemeinsam mit dem Handel managen!“ BSH-Chef Michael Mehnert im Interview

25.03.2014

Michael Mehnert, Geschäftsführer der BSH Österreich, hat sich in Rot-Weiß-Rot bestens eingelebt. Er befindet sich bereits in der Honeymoon-Phase, wie er im zweiten Teil des großen Interviews mit Elektrojournal Online verrät. Außerdem spricht er über Veränderungen im Handel, Home Connect-Lösungen und die deutsch-österreichische Freundschaft. Die Profile der BSH Marken will Mehnert mit individuellen Features verstärkt herausstreichen.

Elektrojournal Online: Sie sind seit Anfang des Jahres Geschäftsführer der BSH in Österreich. Wie gefällt’s Ihnen in Wien? Ihr Vorgänger Pascal Javet ist ja privat sogar geblieben.

 

Michael Mehnert: Mein erster Eindruck ist sehr gut. Mit dem zunehmend besser werdenden Wetter wird dieser sogar noch besser. Gemeinsam mit der Wärme der Menschen und dem Angebot, das diese Stadt bietet, beginnt bei mir nun die Honeymoon-Phase.

 

Elektrojournal Online: Österreichern wird ja diese „Schau-Ma-Mal-Wird-Scho-Geh’n-Art“ unterstellt. Wie sehen Sie das als Deutscher? Gibt’s einen Kulturunterschied zwischen Deutschland und Österreich?

 

Mehnert: Ja, den gibt‘s. Er ist aber nicht so groß, wie gerne dargestellt. Ich habe meine österreichischen Kollegen als sehr ergebnisorientiert und prozesseffizient kennengelernt. Entscheidend ist, Menschen davon zu überzeugen, dass eine Veränderung tatsächlich zum Besseren führen kann. Man muss die Menschen auf diese Reise mitnehmen. Das ist mein Ziel. Egal ob wir über den Handel oder die Mitarbeiter sprechen.  

     

Elektrojournal Online: Ich habe das Gefühl, dieser Wettkampf Österreich gegen Deutschland wird in erster Linie aus Österreich geführt…

 

Mehnert: Ich denke, dass sich Deutschland und Österreich grundsätzlich als Freunde sehen. Das merkte man auch jüngst bei den Olympischen Spielen in Sotschi. Das deutsche Schispringer-Team feierte im Österreich-Haus. Umgekehrt wünschte Marcel Hirscher Felix Neureuther alles Gute. Das zeigt schon den Respekt, den die beiden Nationen voreinander haben.   

 

Elektrojournal Online: Sie sprachen von positiven Veränderungen, bei denen die BSH den Handel mitnehmen will. Die Handelsbranche ist mitten in einer Veränderung.

 

Mehnert: Wir wollen mit unseren Handelspartnern die Märkte positiv gestalten. Das bedeutet natürlich auch, dass wir Veränderungen in der Handelsbranche gemeinsam mit dem Handel managen wollen. Und zwar so, dass wir als Hersteller und der Handel auch morgen noch zufrieden sein können.

 

Elektrojournal Online: Ist hier „den Handel“ nicht zuweit gefasst?

 

Mehnert: Wir können uns mit einem entsprechenden Programm aufstellen. Im Fachhandel etwa mit dem Mittelstandskreis-Sortiment oder der Österreich-Edition. Eine unserer Stärken ist es, die maßgeschneiderte Lösungen für jeden Vertriebskanal anzubieten. Diese Stärken werden wir versuchen auszubauen. Wir werden prüfen, mit welchen Aktivitäten wir in welchen Kanälen nachhaltig Marktanteile gewinnen können. Ich glaube, dass wir als BSH in Österreich noch einiges an Potenzial haben.

 

Elektrojournal Online: „Nachhaltig“ ist ein tricky und malträtierter Begriff. Was meinen Sie mit nachhaltigem Wachstum?

 

Mehnert: Wir sind nicht auf kurzfristige Geschäftserfolge aus. Wir wollen uns mit den ins Auge gefassten Marktanteilsgewinnen dauerhaft breiter in Österreich aufstellen. Es geht also nicht darum, über Sondergeschäfte den Absatz kurzfristig zu pushen, sondern um eine mittel- bis langfristige Strategie, mit der wir gemeinsam mit den Handelspartnern Marktanteile erarbeiten können.

 

Elektrojournal Online: Was sind aus heutiger Sicht die Themen, mit denen die BSH-Partner im Rahmen dieser mittelfristigen Strategie die Konsumenten erreichen können? Und ist das Thema Energieeffizienz nicht langsam ausgereizt?

 

Mehnert: Energieeffizienz wird ein entscheidender Kaufgrund für den Konsument bleiben. Es stimmt aber, das Thema wird sich egalisieren, da es alleine kein Unterscheidungsmerkmal mehr für die Marken der BSH ist. Wir werden daher weiter voll auf Innovation setzen und das Profil unserer Marken stärken. Und zwar in Produkt- und Designdifferenzierung sowie im Markenauftritt.

 

Elektrojournal Online: Was heißt das?

 

Mehnert: Ganz einfach, dass es verschiedene Produktfeatures geben wird, die nicht beiden Hauptmarken zugänglich sind, sondern stärker der Positionierung der Marken Bosch und Siemens im europäischen Markt gerecht werden. Das werden wir auch konsequent im Design und in der Kommunikation nach außen tragen.

 

Elektrojournal Online: Ist „Smart Home“ ein Thema, dass in naher Zukunft mal wirklich bei Hausgeräten durchstarten wird?

 

Mehnert: Das entscheidet letztlich der Konsument mit seiner Nachfrage nach Home Connect-Geräten. Wir sind technologisch soweit, dem Konsument entsprechende Angebote zu unterbreiten und arbeiten, wie viele Hersteller, an einer Home Connect-Lösung. Wir hoffen hier auf allgemein zugängliche Standards für den Konsumenten, die Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Vermarktung solch eines Systems ist. Wir bekennen uns als Technologie-Konzern aber ganz klar zur Bereitschaft, mit einem entsprechenden Geräteangebot präsent sein.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

Christoph Gassner war zuletzt im Produktbereich Customer Service in der BSH Zentrale in München beschäftigt - nun leitet er den Kundendienst in Österreich
Hausgeräte
01.08.2018

Nach zwölf Jahren in der BSH übernimmt Christoph Gassner mit Anfang Juli die Leitung des Kundendienstes der Marken Bosch, Siemens, Neff, Gaggenau und Constructa. Damit löst Gassner Sascha Müller ...

Hausgeräte
01.07.2018

Stiftung Warentest und der Verein für Konsumenteninformation (VKI) bewerten gleich zwei Bodenstaubsauger der Marke Bosch mit „GUT“. Zum vierten Mal in Folge kürt man außerdem einen Bosch- ...

Bosch Serie 8 Kochfeld mit TFT-Touchdisplay
Hausgeräte
14.06.2018

Der Hausgerätehersteller Bosch darf sich nach fünf iF Design Awards nun auch über neun Red Dot Awards vom Design Zentrum Nordrhein-Westfalen freuen. In der Kategorie „Produktdesign“ konnten acht ...

Eyecatcher-Design: Die Tassimo My Way ist in Mystical Black, Majestic White und Deep Red erhältlich
Hausgeräte
15.05.2018

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden – deshalb präsentiert Bosch mit seiner Tassimo My Way eine Kapselmaschine, welche die persönlichen Vorlieben von Genießern ins Rampenlicht stellt.

Werbung