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Die Lehre ist im Aufschwung (v.l.): Michael Landertshammer (Institutsleiter WIFI Österreich), WKÖ-Präsident Christoph Leitl und Marianna Kornfeind (WKÖ, Leitung Marketing und Kommunikation)

WKÖ: Lehre jetzt weiter stärken

22.11.2017

Forderung nach verpflichtenden Talentechecks, Ausbildungsreife und Schwerpunktberufsschulen – zudem gibt es eine neue Kampagne.

WKÖ-Präsident Christoph Leitl schickte im Rahmen eines Pressegesprächs in Wien voraus: „Ein Plus von 4,2 Prozent bei den Lehrlingen im ersten Lehrjahr ist ein starkes Signal der Betriebe und zeigt, dass die Ausbildung der eigenen Fachkräfte sehr ernst genommen wird.“

Diese Zahlen seien auch eine konsequente Fortsetzung des von den Wirtschaftskammern eingeschlagenen Wegs, österreichweit flächendeckend Talentechecks für die 13- und 14-jährigen Jugendlichen anzubieten. Derzeit nützen rund 75 Prozent aller Jugendlichen dieses Gratis-Angebot der Wirtschaftskammern.

Vor diesem Hintergrund startet die WKÖ unter der Webseite „Probier dich aus“

Auch eine auf die Bedürfnisse der Jugendlichen maßgeschneiderte Kampagne, um über die Chancen der dualen Ausbildung zu informieren.

So werden u.a. die unterschiedlichsten Lehrberufe einem Video-Self-Check durch zwei maßgebliche Influencer aus Social Media unterworfen, die über 200 Lehrberufe präsentieren und auf Fragen der Jugendlichen interaktiv eingegangen.

Leitl verwies darauf, dass sich in den vergangenen zehn Jahren der Anteil der Mädchen in bisher klassisch männlichen Berufsbildern verdoppelt hat, konkret bei den Elektrotechnikern, den Mechatronikern und den Metalltechnikern.

Neben der Forderung nach einer verpflichtenden Einführung von Talentechecks will die WKÖ eine Ausbildungsreife verankern, um die beste Vorbereitung während der Schulpflicht zu gewährleisten. „Sinnerfassendes Lesen, Schreiben, Rechnen aber auch soziale Kompetenzen müssen mit Absolvieren der Schulpflicht bei den Jugendlichen als Bildungsstandards vorausgesetzt werden können“, so Leitl.

Zudem sollten sogenannte Schwerpunktberufsschulen eingerichtet werden um in definierten Bereichen und nach Vorgaben in den Regionen einen Grad hoher Spezialisierung zu erreichen und damit internationale Spitzenqualität zu gewährleisten.

Auf zuletzt geäußerte Kritik an der Durchfallquote bei den Lehrabschlussprüfungen verwies Leitl darauf, dass 80 Prozent der Lehrlinge diese im ersten Anlauf und 95 Prozent im zweiten Anlauf schaffen. Damit sei die Erfolgsquote ähnlich hoch wie in den AHS.

Dass die Lehre für die Jugendlichen attraktiv ist, zeigen Umfragen, in denen 90 Prozent der Lehrabsolventen eine Lehre aufgrund der praxisorientierten Ausbildung und der guten beruflichen Chancen empfehlen.

85 Prozent der Lehrlinge sind mit ihrem aktuellen Arbeitsplatz zufrieden – inklusive jener, die im ersten Lehrjahr sind, bei denen die Zufriedenheit besonders hoch ist. Und: Jeder Zehnte Lehrling ist heute selbständig.

Parallel dazu zeigen die Daten zudem, dass rund 22 Prozent der heimischen Führungskräfte einen Lehrabschluss haben, rund 35 Prozent der österreichischen Unternehmer kommen über die duale Ausbildung in die Selbständigkeit.

Nicht zuletzt beweise die hohe Nachfrage aus dem Ausland, dass Österreich mit der dualen Ausbildung über ein Spitzenprodukt verfüge, so Leit – wie auch die Ergebnisse österreichischer Teilnehmer bei den World- und EuroSkills zuletzt gezeigt haben.

Leitl: „Hier haben wir uns bestmöglich präsentiert, sodass wir immer mehr Anfragen nach Kooperationen im Bereich der dualen Ausbildung – zuletzt aus dem Iran – erhalten.“

Aufgrund der guten konjunkturellen Situation sollte man jetzt ansetzen, und die Rahmenbedingungen für die duale Ausbildung anpassen und damit die Lehre weiter modernisieren. „Wenn in Zukunft alle 19-jährigen sowohl über einen höheren Bildungsabschluss mit Matura als auch einen beruflichen Abschluss verfügen, dann wäre das meine persönliche bildungspolitische Vision“, so Leitl abschließend.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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