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Wird beklaut, wer vertraut? Fast 1/3 aller Diebstähle im Handel begehen Mitarbeiter

18.06.2008

So spielt es sich jedenfalls in Deutschland ab, wie das Handels-Forschungsinstitut EHI aktuell erhoben hat. Dort verursachten im vorigen Jahr allein diebische Angestellte einen Schaden von rund einer Milliarde Euro.

Deutschland und Österreich. Was die beiden Nationen im Fußball voneinander trennt, eint sie umso mehr im täglichen Leben. Deshalb sollte auch den heimischen Handel die deutsche Studie nicht kalt lassen, die weitgehend die Situation in der Alpenrepublik widerspiegeln dürfte:

2007 haben Diebstähle im deutschen Einzelhandel einen Schaden von fast 3,3 Mrd. Euro verursacht. Knapp zwei Drittel davon (1,9 Mrd. Euro) waren auf Laden-Diebstähle durch Kunden zurückzuführen. Waren im Wert von rund einer Mrd. Euro wurden von eigenen Mitarbeitern und Waren im Wert von etwa 350 Mio. Euro von auswärtigen Dienstleistern gestohlen.
Alle Angaben stammen vom deutschen Handelsforscher EHI Retail Institute, der diese Ergebnisse heute, Dienstag, in Köln präsentierte.

Der Warenschutz wird teuer erkauft

Die zuvor genannten 3,3 Milliarden entsprechen aber noch nicht dem gesamten Schadensausmaß: Einschließlich Fehlbuchungen und anderer Mängel im Ablauf sollen sich die Inventurdifferenzen auf insgesamt vier Mrd. Euro belaufen.
Statistisch gesehen stiehlt damit jeder deutsche Haushalt alljährlich Waren im Wert von über 50 Euro im Einzelhandel. Wodurch dem Staat pro Jahr rund 400 Mio. Euro Mehrwertsteuer entgingen - so die Berechnung der EHI-Experten.

Deren Fazit: Um die Inventurverluste zu reduzieren, investiere der deutsche Handel durchschnittlich fast 0,3 Prozent vom Jahresumsatz, was rund einer Mrd. Euro entspreche. Ergo betrage der Gesamtaufwand für Inventurdifferenzen und deren Vermeidung pro Jahr rund fünf Mrd. Euro!

Erkenntnisse, die den Handelsunternehmen eines sicher nicht erleichtern werden: den korrekten Umgang mit ihren Mitarbeitern. Ob das letztendlich wieder zu Auswüchsen wie bei Lidl & Co führt, sei einmal dahingestellt. Das Ende vom Lied ist ohnehin immer dasselbe: Eine diebische Elster genügt schon, damit sich alle mehr oder weniger gegenseitig verdächtigen und das Betriebsklima ordentlich versaut wird.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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