Direkt zum Inhalt

Wiener Wirtschaftskammer fordert sofortige Click & Collect-Erlaubnis für den Handel

26.11.2020

Nachdem bereits der Handelsverband vehement ein Ende des Verbots für kontaktloses Abholen von bestellten Produkten vor den Geschäften heimischer Händler fordert, wird diese Forderung nun auch von der Wiener Wirtschaftskammer (WKW), aufgegriffen. Ob’s was hilft, darf ob der ebenso chaotisch, wie planlosen Regierungspolitik freilich bezweifelt werden.

Offenbar ist es weniger gefährlich, eine Pizza abzuholen, als etwa eine vorab bestellte Küchenmaschine – glaubt jedenfalls die Bundesregierung. „Wir appellieren seit Wochen an den Gesundheitsminister und die gesamte Bundesregierung, die Lockdown-Regeln für den stationären Einzelhandel insofern zu lockern, dass die Abholung von Waren im Geschäft (Click & Collect) – ähnlich der Speisenmitnahme im Gastrobereich – erlaubt wird. Das würde unsere Händler mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft unterstützen und den Umsatzabfluss zu Onlineplattformen aus Drittstaaten deutlich verringern", erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Schadet der Volkswirtschaft massiv

Die rechtliche Begründung des Gesundheitsministeriums für das Verbot von Click & Collect – die Regelung sei „praktisch nicht zu kontrollieren“ – entspricht aus Sicht des Handelsverbandes nicht den Tatsachen und ist daher auch nicht haltbar. Zusätzlich schadet dieses restriktive Verbot der österreichischen Volkswirtschaft massiv. Und nicht zuletzt, hätte Click & Collect einen weiteren großen Vorteil: „Auch aus epidemiologischer Sicht wäre eine Erlaubnis für die Warenabholung vor den Geschäften sinnvoll. Dadurch würden sich im Weihnachtsgeschäft die Kundenströme besser verteilen und die Händler hätten aufgrund der Vorbestellungen weit mehr Planbarkeit“, so Will weiter, der sich auch beim Präsidenten der Wiener Wirtschaftskammer, Walter Ruck, für die Unterstützung bedankt.

Handelsobfrau Gumprecht: „Click & Collect sofort ermöglichen“

„Wir brauchen sehr rasch eine Lösung für das kontaktlose, sichere Abholen von bestellter Ware bei den Wiener Händlerinnen und Händlern“, fordert auch Margarete Gumprecht, Obfrau der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Wien, in Bezug auf das herrschende Verbot für Händler diesen Service in der zweiten Lockdown-Phase anzubieten. Dass Kunden im Rahmen der herrschenden Ausgangsbeschränkungen nur jene Produkte stationär kaufen dürfen, die der Grundversorgung dienen, stößt bei ihr auf Unverständnis: „Ich sehe absolut kein Problem darin, Click & Collect anzubieten, sofern die Schutzzwecke der Covid-Verordnung erfüllt sind. Es gibt hier genügend Möglichkeiten, eine kontaktlose Abholung abzuwickeln, um die befürchteten Menschentrauben vor dem Geschäft zu vermeiden.“

Click & Collect rechtlich klar regeln

Gumprecht spricht sich für Abholstationen außerhalb des Kundenbereichs aus, wie etwa am Parkplatz. Eine weitere Option sind festgelegte Abholzeiten mit Bestellbestätigung und Abholscheinen. Die Einhaltung der Sicherheitsstandards – Mindestabstand von einem Meter gegenüber anderen Personen und Maskenpflicht – sei dabei selbstverständlich. „Gerade in dieser so schwierigen Zeit für unsere Händlerinnen und Händler kann durch Click & Collect, neben dem Online-Verkauf und Lieferservices, überlebensnotwendiger Umsatz generiert werden, der dem vollständigen Entzug der wirtschaftlichen Existenz entgegengewirkt, ohne dabei die Gesundheitssituation der Bevölkerung zu verschlechtern“, ist sie überzeugt. Die Gastronomie würde hier mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, dass kontaktloses Abholen funktioniert. „Die Betriebe werden mit Fixkostenzuschuss, Kurzarbeit und Umsatzabgeltung unterstützt. Zusätzlich zählt aber jeder Tag, an dem gewirtschaftet werden kann, gerade jetzt in der (Vor-)Weihnachtszeit. Wenn wir nicht wollen, dass immer mehr des Weihnachtsumsatzes an internationale Online-Multis abfließt, machen Services wie Click & Collect schon einen großen Unterschied.“

Werbung

Weiterführende Themen

Branche
09.09.2020

Die 11. Ausgabe der bundesweiten „eCommerce Studie Österreich“ des Handelsverbandes und der Plattform „Versandhandel, eCommerce & Marktplätze“ in Kooperation mit der KMU Forschung Austria, ...

Brendan Lenane, Handelsverband-GF Rainer Will und Peter Osel bei der Überreichung des Austrian Retail Innovation Award 2020, Kategorie „Best Omnichannel Innovation“.
Branche
08.09.2020

Die nächste Generation in der Fachberatung hat einen Namen: smartZAC ist dynamisch, innovativ und umfassend – und wurde nun im Rahmen des Austrian Retail Innovation Award 2020 durch den ...

Damit der digitale Ausbau schneller vorangeht, werden zwei Millionen Euro in die Hand genommen.
Branche
07.09.2020

Der Handelsverband begrüßt das neue Förderprogramm "KMU.E-Commerce" für KMU-Händler. Zwei Millionen Euro werden in die Hand genommen, um den Ausbau des digitalen Vertriebs in Österreich ...

Branche
03.08.2020

Covid-19 hält die Welt im Würgegriff und sorgt laut aktuellen Zahlen des WIFO auch hierzulande für einen historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung. Der Handel zählt dabei zu den am stärksten ...

Die EU lässt sich ab Juli 2021 steuerlich nicht mehr bis aufs letzte Hemd ausziehen...
Branche
21.07.2020

In gut einem Jahr herrscht endlich etwas mehr Fairness in der österreichischen Handelslandschaft: Mit 1. Juli 2021 wird die Steuer-Freigrenze für Online-Bestellungen unter einem Wert von 22 Euro ...

Werbung