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Wiener Neustadt zündet die Technopol-Rakete zur Erforschung des Weltalls

25.04.2016

Rund um den Globus suchen Wissenschafter nach technischen Lösungen, wie man Raketentriebwerke im Weltraum schneller und umweltfreundlicher machen kann. So auch an der Fachhochschule Wiener Neustadt (FHWN) mit dem Studiengang Aerospace Engineering und der Forschungstochter Fotec.

Dort Testen die Studenten ein Antriebssystem – den sogenannten „gepulsten Plasma-Antrieb“. Dieser arbeitet mit ungiftigen Treibstoffen und bringt Satelliten in stabile Umlaufbahnen. Weil die Studierenden der FHWN bei ihrer Arbeit auf die Technologie der Forschungseinrichtungen aus dem TFZ-Technologie- und Forschungszentrum Wiener Neustadt zugreifen, könne man durchaus von einer „Technopol-Rakete“ sprechen, erklärt Carsten Scharlemann, Leiter des Studiengangs Aerospace Engineering.

Es ist ein weltweit aufstrebender Wissenschaftszweig, in dem das Team der FHWN forscht. Denn Weltraumtechniker prophezeien der Entwicklung von gepulsten Plasma-Antrieben und ihnen artverwandten Magnet-Plasma-Antrieben eine große Zukunft. Bei diesen beschleunigen getaktete Magnetfelder ultrahoch erhitztes Plasma und stoßen es mit hoher Geschwindigkeit aus. Das funktioniert ähnlich wie bei einem Ionentriebwerk, entwickelt aber viel mehr Schubkraft. Ist diese Technik einmal ausgereift, wird sie einen Flug zum Mars, der zurzeit rund 200 Tage dauert, auf 40 Tage verkürzen.

Mit der Weltraumforschung und den daraus entwickelten Produkten will auch das Land Niederösterreich abheben. Fast 172 Millionen Euro an Wertschöpfung jedes Jahr bringt das auf Raumfahrttechnik spezialisierte Technopol Wiener Neustadt. „Das sichert am Standort rund 1.250 Arbeitsplätze“, teilte Landesrätin Petra Bohuslav mit. Daher seien Investitionen in Forschung und Hochtechnologie bedeutsam. Laut einer Umfrage empfinden 81 Prozent aller Niederösterreicher Wissenschaftsförderung als wichtig, und 93 Prozent sind am Thema Wissenschaft sehr interessiert. Viele der in Wiener Neustadt entwickelten Techniken und Komponenten sind in Satelliten und Trägerraketen der NASA und ESA enthalten.

„Kreativität und Forschung brauchen auch ein passendes Umfeld, das mit dem Technopol-Programm eindeutig gegeben ist. Mit der Nähe von Ausbildung, Forschung und Produktion können Synergien optimal ausgeschöpft werden, was Niederösterreich zu einem international anerkannten Hightech-Standort macht“, stellte Helmut Miernicki, Ecoplus-Geschäftsführer fest. In Summe können in Niederösterreich mit der Weltraumtechnologie jedes Jahr eine Milliarde Euro Wertschöpfung erzielt und 11.500 Arbeitsplätze gesichert werden.

 (NÖ-Wirtschaftspressedienst)

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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