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Wiener an die Urnen: Eine City Maut würde den Handel beeinträchtigen

08.02.2010

Noch steht nicht fest, welche Stadtteile eine City-Maut betreffen soll, aber die Wiener können über ihre Einführung bis 13. Februar abstimmen. Was aber für RegioPlan feststeht ist, dass eine PKW-Gebühr für Wien auch Auswirkungen auf den Einzelhandel innerhalb der Mautzone haben wird.

Ob eine City-Maut in Wien notwendig ist, ist eine politische Entscheidung. "Wir als Standortberater und Handelsforscher können nur darauf aufmerksam machen, dass die City-Maut eine zusätzliche Barriere für jene Konsumenten darstellt, die außerhalb der City-Maut-Zone wohnen", führt Michael Oberweger, Leiter des Consultings bei RegioPlan aus. Denn eine der wesentlichsten Bedingungen für die Entwicklung eines Standortes ist, dass der Konsument den Weg leicht findet und genügend Parkplätze vorhanden sind.

Vergleiche mit Einkaufsmetropolen wie Mailand oder London hält Wien nicht stand. "Die beiden Städte verfügen über die nahezu fünffache Einzelhandelsfläche Wiens. Beide haben eine sehr starke Magnetfunktion, Konsumenten aus aller Welt fahren gezielt hin, um einzukaufen. Wien hat nicht die gleiche Vormachtsstellung", ist Oberweger überzeugt. Zudem gibt es vor den Toren Wiens die SCS und das Designer Outlet Parndorf, die attraktive überregionale Handelszonen sind. "Die SCS ist eines der größten EKZ Europas und es werden mit oder ohne City-Maut stets viele Wiener in dieses Shopping Center fahren." Umgekehrt würde die Maut Einkäufer aus dem Umland abschrecken, Einkaufszonen wie die Mariahilfer Straße, die Kärntner Straße oder den Graben aufzusuchen.

"Jedes Hindernis bzw. alles, was für den Konsumenten eine mentale und physische Barriere darstellt, kostet den Handel Umsatz", ist Oberweger überzeugt. Schließlich müssen Einkaufsstraßen auch mit Shopping Center konkurrieren. Und haben da schon Nachteile was einheitliche Öffnungszeiten oder auch Parkplätze betrifft. Derzeit sind alle Wiener aufgerufen an der Volksbefragung teilzunehmen und ihre Stimme abzugeben: Entweder per Briefwahl oder vom 11. bis 13. Februar in den Wahllokalen. Nutzen Sie die Gelegenheit.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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