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Wien schnürt 35 Millionen Euro schweres Hilfspaket für Betriebe

15.03.2020

Die Stadt Wien und die Wirtschaftskammer beschließen Sofortmaßnahmen für von der Corona-Krise betroffene Unternehmen - vor allem Kleinunternehmen - und deren Mitarbeitern.

Mit einem ersten Hilfspaket zur Unterstützung der Wiener Betriebe reagieren die Stadt Wien und die Wirtschaftskammer Wien auf die aktuell schwierige Situation durch das Coronavirus. „Wir helfen rasch und unbürokratisch. Ziel ist es, eine Notlage von Betrieben und deren Mitarbeitern zu verhindern“, so Bürgermeister Michael Ludwig, Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck und Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke am Sonntag. Der Fokus liegt dabei auf Ein-Personen-Unternehmen sowie Klein- und Mittelbetrieben. Teil des ersten Pakets sind:

  • 12 Mio. Euro Bürgschaften zur Liquiditätsstärkung für Wiener KMUs
  • 20 Mio. Euro Notlagenfonds für EPUs und Kleinstunternehmen
  • 3 Mio. Euro Mittelaufstockung des waff für Arbeitsstiftungen

Weitere Maßnahmen werden am Mittwoch, den 18. März 2020, im Anschluss an den Sozialpartnergipfel im Rathaus präsentiert.

„In Wien stehen wir in dieser schwierigen Zeit zusammen und handeln entschlossen, um die Folgen dieser Krise so gut wie möglich abzumildern“, betont Bürgermeister Ludwig. "Gemeinsam mit der Stadt Wien starten wir heute die größte Hilfsaktion für die Wiener Unternehmerinnen und Unternehmer in der Geschichte der WK Wien. Vor allem auch kleine Betriebe und Ein-Personen-Unternehmen brauchen in dieser Ausnahmesituation rasche Unterstützung“, bekräftigt Präsident Ruck. „Jetzt ist es unser Job zu helfen. Die Wirtschaft kann sich auf uns verlassen: Wir werden mit aller Kraft daran arbeiten, dass die Wiener Betriebe über Wasser bleiben“, so Stadtrat Hanke.

12 Mio. Euro Liquiditätsstärkung für Wiener KMUs

Im Rahmen einer Unterstützungsaktion für kleinere und mittlere Unternehmen in Wien wird die WKBG (Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank) zusätzliche Bürgschaften von bis zu 80% gegenüber Kreditinstituten für Überbrückungskredite (Betriebsmittelfinanzierungen) übernehmen. Die Einreichungen zu einer Bürgschaftsübernahme erfolgt bei der jeweiligen Hausbank (Antragsformular und Produktübersicht auf www.wkbg.at). In dieser neu entwickelten Bürgschaftsaktion der WKBG wird gemeinsam von der Stadt Wien und der Wirtschaftskammer Wien in Summe 10 Mio. Euro an Bürgschaftsvolumen zusätzlich zur Verfügung gestellt (5 Mio. Euro von der Stadt Wien, 5 Mio. Euro von der WKW), für rasche und unbürokratische Überbrückungskredite für die Wiener Wirtschaft:

  • Einfache Anträge, rasche Bearbeitung
  • Haftungsumfang: bis zu 80%
  • für Kredite von mind. 5.000 bis max. 500.000 Euro bei den Hausbanken

Damit kann ein Kreditvolumen von über 12 Mio. Euro gehebelt werden. Auch die Kosten (Bearbeitungsentgelt und Bürgschaftsprovision) für die WKBG-Haftung übernehmen die Stadt Wien und die WKW.

20 Mio. Euro-Notlagenfonds für EPUs und Kleinstunternehmen ab sofort  

Stadt und Wirtschaftskammer Wien leisten akut einen Zuschuss in Höhe von jeweils 10 Millionen EUR in den „Notlagenfonds der Wirtschaftskammer Wien“, der eigens für Krisensituationen eingerichtet wurde.  Damit stehen Wiener EPUs und Kleinstunternehmen, die durch die globale Coronavirus-Epidemie in Not geraten sind, in Summe 20 Millionen Euro als Soforthilfe zur Verfügung.

Aus diesem Notlagenfonds können Ein-Personen- und Kleinst-Unternehmen bis zu 10 MitarbeiterInnen  eine Unterstützung bei starker Betroffenheit (Umsatzrückgang > 50%) erhalten. Details dazu werden in den kommenden Tagen präsentiert. Infos dazu folgen unter www.wien.gv.at/coronavirus und www.wko.at/coronavirus. Zur Erleichterung und Beschleunigung der Abwicklung wird die Wirtschaftsagentur der Stadt Wien der Wirtschaftskammer Wien Expertinnen und Experten für Beratungen und Abwicklung der Förderaktion zur Seite stellen. Ziel ist die unbürokratische Auszahlung sofort nach Antragstellung.

waff stockt Mittel für Arbeitsstiftungen auf

Vermehrt stehen Wiener Unternehmen derzeit vor der akuten Notwendigkeit, vorübergehend personelle Überkapazitäten zu bewältigen. Der waff und das Arbeitsmarktservice Wien (AMS) bieten Wiener Unternehmen verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten an: Von der Einrichtung einer Arbeitsstiftung bei Personalabbau, bis zur Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen von Weiterbildungskarenzen oder Kurzarbeit.

Der Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds sucht gemeinsam und in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice Wien (AMS) nach geeigneten Instrumenten, auf welche sich das einzelne Unternehmen mit den betrieblichen Sozialpartnern verständigen könnte. Sollte es trotz aller gemeinsamen Anstrengungen dennoch zu einer Insolvenz kommen, steht die Stadt Wien über den waff mit dem Instrument der „Arbeitsstiftungen“ bereit:

  • Zusätzliche akute Mittelzuführung von 3 Mio. Euro
  • Für die Höherfinanzierung von Arbeitsstiftungen
  • Zur finanziellen Absicherung mit Stiftungsarbeitslosengeld während der Stiftungsteilnahme und Ausbildungszuschüssen
  • Berufsorientierung
  • Aus- und Weiterbildung
  • Begleitung bei der Jobsuche
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