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Wie der Herr so ‘s Gscherr: Metro & Media-Saturn sind im Krebsgang unterwegs

31.10.2012

Gute Nerven braucht Olaf Koch. Seit er zu Jahres-Beginn den Metro-Vorstandsvorsitz übernommen hat, fallen der Konzern und die Tochter Media-Saturn ungut auf. Die Zahlen fürs dritte Quartal machen da keine Ausnahme: Metro liegt in den roten Zahlen, Media-Saturn fährt flächenbereinigt ein Umsatz-Minus ein.

Durch einen Gewinn-Einbruch im dritten Quartal liegt Metro nach den ersten neun Monaten des Jahres mit 21 Mio. Euro weiter im Minus, im Vorjahres-Zeitraum war’s noch ein Gewinn von 266 Mio. gewesen. Zwar stieg der Umsatz im dritten Quartal um zwei Prozent auf 15,9 Mrd. Euro an, das Ebit gab jedoch von 563 auf 346 Mio. Euro nach. Allerdings waren im dritten Quartal 2011 noch Gewinne aus Immobilien-Verkäufen in Italien mit eingerechnet gewesen. Metro-Chef Koch bräuchte dringend eine gute Nachricht: Das Jahr hat unter anderem bereits einen Abstieg des Konzerns in den MDax und eine Herabstufung durch eine Rating-Agentur gesehen.

 

Online-Umsätze stagnieren

 

Zu den Problem-Kindern zählt neben der Konjunktur-Krise in Süd-Europa und Problemen im Großhandels-Geschäft in Deutschland vor allem das Töchterchen Media-Saturn. Dieses verzeichnete zuletzt zwar ein Umsatz-Plus von 1,4 Prozent auf 4,8 Mrd. Euro, flächenbereinigt schaute jedoch ein Minus von 2,4 Prozent heraus. Das Ebit lag mit 73 Mio. Euro gar um 48 Prozent unter dem Vorjahres-Wert.

 

Stolz verweist Koch auf das „Mehrkanal-Angebot, das weiterhin sehr positiv von unseren Kunden angenommen“ wird. De facto stagnieren jedoch auch hier die Umsätze. Von 158 Mio. Euro Online-Umsatz entfallen nur 66 Mio. auf das Internet-Geschäft von Media Markt und Saturn. Redcoon trägt mit 92 Mio. zwar den Löwen-Anteil bei, dürfte damit aber kaum die für heuer anvisierten 500 Mio. Euro Jahres-Umsatz erreichen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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