Direkt zum Inhalt

Weniger Firmenpleiten, weniger Jobs wackeln

17.06.2015

Im ersten Halbjahr 2015 gingen die Firmeninsolvenzen um 17 Prozent auf 2.427 Fälle zurück, 458 davon im Handel. Für die Kreditschutzer vom AKV ist aber nicht alles eitel Wonne.

"Zahlreiche Betriebe agieren abwartend und beantragen deshalb kein formelles Insolvenzverfahren, weil sie aufgrund der schlechten Auftragslage eine Schließung des Unternehmens durch das Insolvenzgericht wegen fortwährender Verluste fürchten", so der Alpenländische Kreditorenverband in seiner am Dienstag veröffentlichten Insolvenzstatistik für die ersten sechs Monate 2015.

So sei jede zweite eröffnete Firmeninsolvenz auf Anträge von Gläubigern - und nicht auf einen eigenen Antrag - zurückzuführen. Und das, obwohl öffentliche Institutionen mit Insolvenzanträgen derzeit zurückhaltend seien. Dementsprechend hätten auch im ersten Halbjahr die Insolvenzabweisungen mangels Masse um 22 Prozent auf 984 Fälle abgenommen.

Zurückgegangen sind auch die Gesamtschulden der eröffneten Firmeninsolvenzen, und zwar von 1,9 Mrd. auf 952 Mio. Euro. Die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze nahm von 11.605 auf 7.566 ab.

Die mit Abstand größte Pleite legte im ersten Halbjahr 2015 die Großbäckereigruppe Ring mit acht Insolvenzen, Verbindlichkeiten von fast 41 Mio. Euro und 470 gefährdeten Jobs hin. Nach Dienstnehmern gerechnet war "RING - Die Bäckerei GmbH" aus Linz die größte Pleite (280 betroffene Arbeitnehmer). Es folgten die GIA Austria aus Braunau mit 116 Dienstnehmern und die beiden burgenländischen Unternehmen Gloriette Bekleidungswerk und Huber Warenhandel mit je 96 Dienstnehmern.

Nach Schulden betrachtet war der steirische Fertighausbauer Hanlo die größte Insolvenz (Gesamtpassiva der Gruppe: 36 Mio. Euro). Schulden in Höhe von 16,5 Mio. Euro häufte die Wiener DOB Objektbaugesellschaft an, auf 15,6 Mio. Passiva brachte es auch der Linzer Unternehmensberater Success-Marketing.

Die meisten Pleiten gab es in der Baubranche (470), der den Handel (458) übertroffen hat. Auf Platz drei landete die Gastronomie (355). In Bad Gastein (Salzburg) meldeten kürzlich gleich zwei große Hotels Insolvenz an: das "Sanotel" (3,5 Mio. Euro Passiva) sowie der "Grüne Baum" (7 Mio. Euro). In Tirol ist das Fünfsternehotel "For Friends" in Mösern (15,1 Mio. Euro) insolvent.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
Werbung

Weiterführende Themen

Branche
28.09.2015

Wie der KSV1870 mitteilte, sind die Unternehmensinsolvenzen im Zeitraum Quartal 1-3 des heurigen Jahres 2015 weiter rückläufig. 3.822 Unternehmensinsolvenzen entsprechen einem Rückgang zum ...

Kornmüller Küche
Hausgeräte
24.02.2015

Kummer sind die Gläubiger von Kornmüller gewohnt: Zuletzt schlitterte der Küchen-Hersteller 2009 in die Pleite, jetzt hat’s auch die Nachfolge-Firma Fikomo erwischt. Während es hier nach ...

Werbung