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Weniger aber größere Elektro-Pleiten in 2011: Schulden stiegen um satte 40 Millionen Euro

21.12.2011

72 Elektrounternehmen (E-Handel und E-Gewerbe) gingen 2011 pleite. Somit gehen die Insolvenzen weiter zurück, was dem Trend der letzten Jahre entspricht. Die Konkurse wiegen im Schnitt aber schwerer. Der Passiva-Berg erhöhte sich im Vergleich zu 2010 um satte 40 Millionen. Damit folgt der E-Bereich nicht der allgemeinen Entwicklung. 

72 Elektrounternehmen (E-Handel und E-Gewerbe) mussten laut KSV1870 dieses Jahr in die bittere Insolvenz. 50 Insolvenzverfahren wurden eröffnet, 22 Fälle wurden mangels Vermögens abgewiesen. Das sind gute Zahlen. 2010 mussten noch 81, 2009 sogar 96 E-Unternehmen in den Konkurs. Hans-Georg Kantner vom KSV1870 ist zufrieden. Der Fachmann kann bei der jährlichen Insolvenz-Pressekonferenz die erfreulichen Zahlen vorlegen.  "Zuletzt gab es 2003 so wenige Firmenpleiten wie heuer", sagt Kantner. Schlüssel sei die gute wirtschaftliche Entwicklung in Österreich. Die Pleiten gingen zurück, nicht nur im E-Bereich. Auch die Passiva sind insgesamt deutlich niedriger als 2010.

 

E-Bereich: 40 Mio. Euro mehr Passiva als 2010

 

Im Elektrobereich folgen die Passiva aber nicht dem allgemeinen Trend. Trotz weniger Insolvenzen stiegen die Verbindlichkeiten deutlich an und machten 2011 bei den 72 Insolvenzen 152,5 Millionen Euro aus. Das heißt, im Durchschnitt tragen E-Unternehmen in der Insolvenz 2,1 Millionen Euro an Passiva. 2010 waren es bei 81 Insolvenzen mit Passiva von 111 Millionen Euro durchschnittlich 1,2 Millionen Euro.

Zwar gab es 2011 keine Insolvenz, die mit ihrer Größe besonders auffällig und dramatisch herausstach, doch unter anderem lagen in der Solarsparte die Verbindlichkeiten mehrerer Konkurse über diesen 2,1 Millionen Euro (siehe auch hier oder hier). Auch im nächsten halben Jahr sollte es keine auffallend große Pleite geben, prognostiziert Kanter. Von der Anzahl her erwartet der KSV 2012 ähnlich viele Insolvenzen wie 2011. >>>

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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