Direkt zum Inhalt

Was tun mit zurückgesendeten Elektrogeräten? Das Bundesgremium gibt Antwort

03.02.2012

Der Kunde bestellt die HiFi-Anlage im Internet. Sie wird geliefert. Er packt sie aus und schickt sie nach einem Test zurück an den Händler. Doch was soll und darf der mit dem Gerät jetzt tun? Und richtig schwierig wird’s bei zurückgeschickten Hygieneartikeln. Kein Mensch kauft eine gebrauchte Zahnbürste. 

Es gibt ein Rücktrittsrecht für Konsumenten, wenn sie per Fernabsatz, also über Internet- und Versandhandel, Geräte kaufen. So schützt das österreichische Konsumentenschutzrecht Verbraucher vor unüberlegten Bestellungen. Nicht immer ist klar, was die Händler mit der zurückgesendeten Ware machen sollen und dürfen. Das Bundesgremium des Elektrofachhandels stellt seine Rechtsansicht da. Die wichtigsten Punkte:

 

  • Geräte und Produkte, die in unversehrter Originalverpackung zurückgegeben werden, können wieder als Neuware verkauft werden.

 

  • Unter der Voraussetzung, dass die Mangelfreiheit des Produkts überprüft worden ist, dürfen Produkte, die vom Konsumenten an den Händler fehlerfrei zurückgegeben wurden (allerdings mit geöffneter Verpackung), vom Händler neu verpackt und als Neuprodukt verkauft werden.

 

  • Sollten Geräte bei der Rückgabe (leichte) Gebrauchsspuren aufweisen, kann der Händler gegenüber dem Kunden eine individuelle Entschädigung für die Wertminderung geltend machen. Es muss sich dabei jedoch um eine tatsächliche Wertminderung handeln. Darüber hinaus darf sich der Händler ein angemessenes Entgelt für die Benützung einbehalten. Wertminderung kann auch bereits dann entstehen, wenn die Verpackung des Geräts beschädigt ist.

 

  • Beim (Wieder-)Verkauf von Geräten, die (leichte) Gebrauchsspuren aufweisen, ist der Konsument auf diese hinzuweisen, um eine Gewährleistung für diese leichten Mängel auszuschließen. In der Regel werden solche Geräte wohl um einen etwas niedrigeren Preis verkauft werden. Diese Preisreduktion ist jedoch keine rechtliche Vorgabe, sondern resultiert aus den Gegebenheiten des freien Marktes.

 

Schwierigkeiten bei gebrauchten Hygieneprodukten: neue Richtlinie soll’s richten  

Für hygienisch sensible Produkte wie z.B. elektrische Zahnbürsten, Elektrorasierer, Bart- und Haarschneidemaschinen, Epiliermaschinen oder Kopfhörer gibt es keine Patentlösung. Solange die Produkte original verpackt und verschlossen an den Händler zurückgesendet werden, ist ein Weiterverkauf ohne Zusatzinformation möglich und eine Rücknahme grundsätzlich unbedenklich.

Problematisch wird es, wenn der Kunde diese Produkte auspackt oder verwendet und dann zurücksendet. Kein Mensch kauft eine gebrauchte Zahnbürste. "Daraus folgend haben aus unserer Sicht hygienisch sensible Produkte, die von Konsumenten verwendet wurden, eine bis zu hundertprozentige Wertminderung. Allerdings ist auch hier die Höhe des Wertersatzes nach den Umständen des Einzelfalls zu beurteilen", teilt das Bundesgremium in einer Aussendung mit.  

Rechtssicherheit soll in diesem Bereich die neue Richtlinie über Rechte der Verbraucher bringen, die ab 2014 umzusetzen ist. Die neue Richtlinie schließt eine Rückgabe für „versiegelte Waren, die aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder aus Hygienegründen nicht zur Rückgabe geeignet sind und deren Versiegelung nach der Lieferung entfernt wurde“ aus.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

Branche
23.09.2008

Warum es nicht reicht, Kundendaten anzusammeln, weshalb Einschalt-Quoten im Tele-Shopping von untergeordneter Bedeutung sind und wie man Risiken minimiert - diese und andere Fragen wurden in ...

Werbung