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Vorsorgen statt Sorgen – Bernd Marin: „Österreich verspricht zu hohe Pensionen“

11.06.2008

Hochkarätige Vortragende gaben bei der Veranstaltung Tipps zur rechtzeitigen Vorsorge.

Selbständigen- und Mitarbeitervorsorge, Arbeitslosen- und Zusatz-Krankenversicherung oder Pensionsvorsorge waren die Schlagworte des Abends, über die namhafte Experten diskutierten. Prof. Bernd Marin, Direktor des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung, zufolge zählen die Österreicher zu den sieben langlebigsten Völkern. Allein im letzten Jahrzehnt betrug der Zugewinn an Lebenszeit 122 Tage.

Es sei nicht verwunderlich, dass Versprechungen von politischer Seite aus diesem Blickwinkel nicht zu halten seien, so Marin: "In Österreich wird bis zu 70 Prozent zu viel an Pension versprochen."
Musste man früher rund 40 Jahre arbeiten, um in den Genuss einer Höchstpension zu kommen, so gilt aktuell die bekannte Formel 65:45:80. Wer mit 65 Jahren in Pension geht, soll nach 45 Versicherungsjahren 80 Prozent des gesamten durchschnittlichen monatlichen Lebenseinkommens - brutto bis zur Höchstbeitragsgrundlage - als Pension bekommen.

Familienbetrieben bleibt oft nur private Vorsorge

SVA-Landesstellen-Leiter Robert Pettliczek appellierte an die Unternehmer, sich rechtzeitig mit der eigenen Vorsorge zu beschäftigen. Das Modell der Abfertigung Neu sei nur ein Mosaikstein innerhalb eines breiten Vorsorge-Portfolios.
Steuerberater Karl Scholik: "In der Pension treten zwei Dinge ein. Der Einzelne hat weniger Geld zur Verfügung, jedoch mehr Zeit, dieses auszugeben. Dieser Asymmetrie gilt es entgegenzuwirken." Die meisten Unternehmen in Österreich sind nicht eingetragene Unternehmen, Personengesellschaften und sehr häufig als Familienbetriebe organisiert. Hier gibt es für den Unternehmer nur die Möglichkeit der privaten Vorsorge.

Erwin Hammerbacher, Vorstand der s-Versicherung, betonte die Bedeutung der privaten Vorsorge. Mit der Zukunftssicherung könne der Unternehmer 300 Euro pro Jahr steuerbegünstigt mit einer Lebens-, Unfall- oder Krankenversicherung vorsorgen. Bei der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge ist bei einer jährlichen Eigenprämie von 2.164,64 Euro und einer jährlichen staatlichen Prämie von 9,5 Prozent - bei einem angenommen Pensionsalter von 65 Jahren - eine voraussichtliche Rente in der Höhe von 633,09 Euro monatlich zu erwarten. >>>

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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