Direkt zum Inhalt

Vom Geldsackerl zur e-Rechnung: Ab 1.1.2014 ist die elektronische Rechnung an den Bund Pflicht

09.12.2013

Amtskassen, Geld in Umschlägen und in Sackerln – die gängigen Zahlungsmethoden von früher sind einer bargeldlosen Logistik gewichen. Die österreichische Bundesregierung geht nun einen Schritt weiter und führt die "e-Rechnung an den Bund" ein. Ab dem 1. Jänner 2014 müssen alle Lieferanten des Bundes ihre Rechnungen auf elektronischem Weg übermitteln.

Unabhängig vom Auftragsvolumen muss die Papierrechnung – dazu zählt auch die Rechnung im Pdf-Format – der elektronischen Rechnung weichen. Unter einer e-Rechnung ist eine Rechnung im Xml-Format zu verstehen. Nur so ist eine strukturierte Übertragung ohne zusätzliche Erkennungsleistungen möglich.

Die Vorgangsweise

Voraussetzung ist eine Anmeldung beim Unternehmensserviceportal (USP) www.usp.gv.at. Für die Anmeldung ist eine Authentifizierung nötig, dazu braucht der Unternehmer eine Bürgerkarte oder eine Handysignatur. Die individuellen Unternehmerdaten werden einmal gespeichert und bei jeder weiteren Nutzung automatisch erfasst. Das Portal kann für die Übermittlung der e-Rechnung als auch für eine Vielzahl weiterer Services genutzt werden. So etwa sind FinanzOnline, das SVA-Beitragskonto, die Transparenzdatenbank oder das Lobbying-Register an das USP angeschlossen.

Für die einfache Einbringung von e-Rechnungen steht die e-Government-Anwendung "e-Rechnung an den Bund" zur Verfügung. Hat der Lieferant durch ein Xml-Plug-In (für MS Word kostenlos erhältlich) seine Rechnung erstellt, so kann er die Rechnung über das USP hochladen. Das File wird automatisch an die entsprechende Bundesdienststelle übermittelt. Das Xml-Plug-In wird übrigens auf der Homepage der WKO gratis zur Verfügung gestellt.

Warum braucht es die Umstellung?

Aufgrund einer EU-Richtlinie wurde bereits mit 1. Jänner 2013 die elektronische Rechnung der Papierrechnung rechtlich gleich gestellt. Der Bund geht einen Schritt weiter und führt die e-Rechnung ein Jahr später, also mit Anfang 2014, verpflichtend ein. Die Vorteile:

  • Kostenreduktion durch Wegfall von Papier, Druck und Porto
  • Kein Medienbruch, dadurch einfache Weiterverarbeitungsmöglichkeiten
  • Reduktion von Fehlerquellen durch die strukturierte Übertragung einmal erfasster Daten
  • Schutz vor Dokumentenverlust: Nach der Übertragung der e-Rechnung ergeht eine Bestätigung an den Lieferanten
    Kurze Bearbeitungszeit und schnellere Bezahlung

Der Bund als Eisbrecher

„Mit der e-Rechnung an den Bund schaffen wir ein neues Angebot für die Unternehmen, rascher und sicherer mit der Bundesverwaltung ihre Rechnungen abzuwickeln. Mit diesem Service wollen wir die Unternehmen ermutigen, elektronische Rechnungen auch im B2B-Bereich anzuwenden, um so die Kostenvorteile der elektronischen Rechnung lukrieren zu können“,  sagt Sektionschef Gerhard Popp vom Bundesministerium für Finanzen (BMF).

Derzeit bereitet das BMF sämtliche Zielgruppen auf die Umstellung vor, informiert über Aussendungen, organisiert Infoveranstaltungen mit bundesinternen Partnern und Vertretern großer Zielgruppen aus der Wirtschaft, und kooperiert eng mit der WKO.Gerhard Laga, der in der Wirtschaftskammer die Agenden zum Thema e-Rechnung koordiniert, spricht vom „Bund als Eisbrecher“.

Zwar habe man in Österreich die elektronische Rechnungslegung nicht erfunden; in Dänemark und Schweden etwa wurde die vollstrukturierte elektronische Rechnung für den gesamten öffentlichen Sektor eingeführt und in Spanien läuft der gesamte Vergabeprozess auf elektronischem Weg. „Effizienzsteigerung, Kosten und Fehlerausschluss werden die Lieferanten der österreichischen Bundesregierung von den Vorteilen bald überzeugen“, zeigt sich Laga optimistisch.

Text: Gertraud Eibl

Links:

www.usp.gv.att
www.erb.gv.at
www.bmf.gv.at
wko.at/erechnung
www.bbg.gv.at/lieferanten/kundenlisten/bund

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

Rainer Will (Handelsverband), Alexander Egit (Greenpeace) und Barbara Teiber (GPA)
Branche
16.12.2020

Der Handelsverband, die Umweltorganisation Greenpeace und die Gewerkschaft GPA fordern von der Regierung eine strengere Regulierung von Online-Giganten wie Amazon.

Branche
16.12.2020

Eine außergewöhnlich hohe Anzahl an Produkten, die über Online-Marktplätze verkauft werden, entsprechend nicht den Gesetzen zur erweiterten Hersteller-Verantwortung. Die Covid-19-Pandemie hat das ...

Hausgeräte
15.12.2020

Das Budget der Weihnachtsfeier von Leifheit wurde dieses Jahr für den guten Zweck verwendet: Geschäftsführer Gerhard Lasselsberger übergab einen symbolischen Check im Wert von 2500 Euro an Harald ...

Obfrau des Wiener Handels Margarete Gumprecht und SOS-Kinderdorfleiter Erwin Roßmann bei der Scheckübergabe.
Branche
15.12.2020

In Wien finden rund 240 Kinder, die nicht dauerhaft bei ihren leiblichen Eltern leben können, bei SOS-Kinderdorf ein neues Zuhause. Die Sparte Handel der Wirtschaftskammer Wien hat heuer erstmalig ...

Hausgeräte
15.12.2020

Das Elektrokleingeräte Forum stellte dem SOS Kinderdorf insgesamt 60 Elektrokleingeräte für Familien in Niederösterreich zur Verfügung. Die Kinderdorf-Familien bedankten sich mit einer ...

Werbung