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VIP-Empfang für das siegreiche EuroSkills-Team: „Pisa drückt uns nieder – ihr richtet uns auf!“

09.10.2012

Ein sichtlich stolzer WKO-Präsident Christoph Leitl begrüßte gestern Abend die erfolgreichen Heimkehrer der EuroSkills 2012 in Spa/Francorchamps. Mit 22 Medallen, davon 14 Gold, 6 Silber und 2 Bronze, liegt Österreich auch in der Länderwertung weit vor den zweitplazierten Holländern.

„Ist das herrlich, wie die vielen Medaillen beim Gehen klingeln“ – WKO-Vize-Präsidentin Renate Römer, deren Herz schon seit vielen Jahren für den Nachwuchs schlägt, brachte es beim Gang zum Fototermin auf den Punkt: „Ein unglaublicher Erfolg für unser kleines Land – und vor allem ein Erfolg für unsere duale Ausbildung.“ 37 Fachkräfte traten in 28 Einzel- und Teamberufen gegen rund 450 europäische TeilnehmerInnen aus 28 Ländern an.

 

Elektrotechniker Dominik Rechberger: Vize-Europameister mit knappem Rückstand

Nur 1,5 Punkte (von Hundert) trennten den Csernohorzszky-Mitarbeiter vom Sieger, dem Belgier Pierre Olivier Van Isacker. Dritter wurde mit noch knapperem Rückstand der Niederländer Klaas Brakke.

Dominiks Leistung ist umso höher einzuschätzen, hatten doch seine beiden stärksten Kontrahenten Material-Vorteile. Bei dem von deinem Niederländer ausgearbeiteten Projekt wurden eher in den Niederlanden und Belgien übliche Produkte verbaut. Auch Chef-Experte Christian Bräuer, der für die Bewertungen der Elektrotechniker bei der Berufs-EM verantwortlich war, zollte Dominik Rechberger Respekt: „Ein ausgezeichnete Leistung.“

 

Cool geblieben durch gefühlsLOGIK-Workshop „Keep cool“

Bei den WorldSkills 2011 scheiterte Dominik Rechberger nach einem von den Veranstaltern verursachten schweren KNX-Software-Fehler nach hervorragender Zwischenwertung zum Großteil auch an seinen Nerven.

Die EuroSkills 2012 zeigten einen anderen Dominik: „Es war zwar durch die engen Zeitvorgaben ziemlich stressig, aber dank meinem Workshop im April und dem darauf folgenden einfachen Training habe ich meine Emotionen immer rechtzeitig im Griff gehabt.“ Sein Vergleich mit den WorldSkills: „Es war ähnlich, mit 47.000 Besuchern aber weniger turbulent. Mit verbesserter Konzentration habe ich den Rummel kaum miterlebt.“

Ein Umstand den auch seine stolzen Eltern, die beim Wettkampf in Spa mitfieberten, bestätigten: „Er hat uns gar nicht wahrgenommen und konnte dismal mit dem Strass viel besser umgehen.“

BIM Joe Witke, der sich extra von den Kollektivverhandlungen der Metaller loseiste und damit ebenso wie der Franz Feldbacher, dem Lehrlingswart der Wiener Innung (plus Gattin Monika) beim VIP-Empfang dabei war: „Diese Teilnehmer leisten mehr als Hochleistungssportler. Die laufen drei Tage auf Vollgas. Und das Geld, das in diese jungen Menschen investiert wird, ist nur ein Bruchteil von dem, was die Sportler erhalten, die dann wie in London ohne Medaille heimkommen.“

Detail am Rande: Bei einer vor kurzem abgehaltenen Segelregatta starteten Dominik Rechberger und Familie Feldbacher gemeinsam – und belegten ebenfalls den zweiten Platz.

 

Die Silberne auch beim Team-Bewerb

Wie bei den WorldSkills gibt es auch bei den EuroSkills einen Team-Bewerb, die dem die gemeinsame Arbeit von Elektrotechniker, HLK-Installateur und Klimatechniker bewertet wird. Auch hier gab es einen großartigen zweiten Platz hinter den Niederländern und vor den Deutschen und Belgiern. Die Partner von Dominik Rechberger waren hier Installateur Lukas Gabriel (mit einer Goldenen im Einzel) und Klimatechniker Rene Dietrich.

 

Christoph Leitl: „Das ist schon fast Cordoba II!“

In seiner Dankesrede betonte der WKO-Präsident, was seiner Meinung nach dieses „Wunderteam“ zur erfolgreichsten Nation in Europa gemacht hat: „Es waren alle nicht nur toll motiviert, haben nicht nur einen tollen Teamgeist, sondern sie haben auch Betreuer, die Coaches im besten Sinn des Wortes sind. Die auf eure Begabungen und Talente eingegangen sind, die im Gegensatz zum sonstigen Schulsystem auf Individualität setzen und auf Stärken sowie positives Begleiten im Vordergrund haben. Das ganze Schulsystem in Österreich kann von unserem Berufsausbildungssystem nur lernen.“

Leitl weiter: „Ich bedanke mich auch bei unseren Berufsschulen, die soviel beitragen und so viel Engagement geben. Das zeigt, die Lehrer sind nicht unser Problem sondern sie sind unsere Chance – wenn man ihnen Gestaltungsfreiheit lässt, wenn man ihnen ihre Motivation lässt und sie nicht in bürokratischen Korsetten einsperrt.

In Kürze sollen die erfolgreichen EuroSkills-Teilnehmer mit ihren Betreuern von Bundespräsident Heinz Fischer in der Wiener Hofburg empfangen werden und durch ein zusätzliches Danke schön von höchster staatlicher Stelle nochmals gebührend gefeiert werden.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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