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40 Prozent der Autofahrten der Österreicher sind laut VCÖ kürzer als fünf Kilometer, aber nur sechs Prozent länger als 50 km.

VCÖ: 40 % Autofahrten kürzer als 5 km

08.06.2017

Der VCÖ Verkehrsclub Österreich wünscht sich stärkere Ortskerne sowie eine fußgänger- und radfahrfreundliche Verkehrsplanung: Viele kurze Autofahrten könnten dann vermieden werden.

40 Prozent der Autofahrten der Österreicher sind laut VCÖ Verkehrsclub Österreich kürzer als fünf Kilometer, aber nur sechs Prozent länger als 50 Kilometer. Selbst bei den 20- bis 34-Jährigen ist jede dritte Autofahrt kürzer als fünf Kilometer – auf Kurzstrecken ist der Spritverbrauch deutlich höher als im Schnitt.

Der VCÖ betont, dass mit der Stärkung der Ortskerne sowie mit einer fußgänger- und radfahrfreundlichen Verkehrsplanung viele kurze Autofahrten vermieden werden können.

VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fasst eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des bmvit zusammen: „Österreichs Autofahrer verwenden ihr Auto rund sechs Mal häufiger für kurze Strecken als für lange Distanzen.“ Sieben Prozent der Autofahrten enden bereits vor dem ersten Kilometer.

Betrachtet man nur die Autofahrten an Werktagen, dann weist Vorarlberg den höchsten Anteil kurzer Autofahrten auf, wie die VCÖ-Analyse zeigt. An Werktagen sind 46 Prozent der Autofahrten der Vorarlberger kürzer als fünf Kilometer, am zweithöchsten ist der Anteil kurzer Autofahrten in Salzburg und Tirol mit jeweils 42 Prozent.

In Wien ist der Anteil mit 37 Prozent an Werktagen am niedrigsten.

Auch bei den Jüngeren ist der Anteil der kurzen Autofahrten deutlich höher als jene der längeren. Bei den 20- bis 34-Jährigen ist nur eine von 20 Autofahrten länger als 50 Kilometer.

Der VCÖ weist darauf hin, dass gerade bei kurzen Strecken der Spritverbrauch pro Kilometer höher ist als im Schnitt und damit auch die Umweltbelastung.

Dazu Rasmussen: „Wer kurze Strecken mit dem Fahrrad fährt oder Strecken in fußläufiger Distanz zu Fuß geht, kommt nicht nur auf die tägliche Portion gesunde Bewegung, sondern schont sowohl die eigene Geldbörse als auch die Umwelt.“

Nicht alle kurzen Autofahrten können verlagert werden, aber viele. Wie viele kurze Strecken klimafreundlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, hängt wesentlich von der Verkehrsplanung ab. Dort, wo es eine gute Infrastruktur zum Radfahren und eine fußgängerfreundliche Ortsgestaltung gibt, werden auch mehr Alltagswege mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt.

Rasmussen: „Insgesamt hat Österreich großen Aufholbedarf bei der Infrastruktur für den Radverkehr. Es fehlt an sicheren Radverbindungen und Gehwegen zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ort.“

Die deutsche Bundesregierung fördert den Bau von regionalen Hauptradrouten. Der VCÖ schlägt dieses Fördermodell auch für Österreich vor. Zudem ist das Netz an Radschnellwegen vor allem in den Ballungsräumen zügig auszubauen. Damit wird die Mobilität nicht nur klimafreundlicher, auch die Staubelastung kann damit nachhaltig verringert werden, so der VCÖ.

Firmen und Unternehmen können durch betriebliches Mobilitätsmanagement dazu beitragen, dass mehr Beschäftigte mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, wie zahlreiche Beispiele zeigen, wie etwa Anton Paar GmbH in Graz oder Haberkorn Ulmer in Vorarlberg. Auch direkte Radverbindungen zu den Bahnhöfen sind wichtig, um es Pendlern zu erleichtern, mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zum nächsten Bahnhof zu fahren, so die VCÖ-Experten.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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