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VCÖ: In Österreich wurden im Vorjahr viermal so viele Handy-Sünder wie Alko-Lenker erwischt - fast jeder vierte in Wien.

VCÖ: 2016 wurden 106.000 Österreicher mit Handy am Steuer erwischt

27.06.2017

Der Verkehrsclub Österreich weist daraufhin, dass die Reaktionszeit durch ein Handy am Steuer so schlecht ist mit wie mit 0,8 Promille Alkohol.

In Österreich wurden im Vorjahr mehr als 105.000 Lenker beim Handy-Telefonieren am Steuer erwischt und damit viermal so viele wie Alko-Lenker, informiert der Verkehrsclub Österreich (VCÖ).

Handy-Telefonieren am Steuer ist kein Kavaliersdelikt: Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille, macht der VCÖ aufmerksam. Der VCÖ spricht sich für die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem sowie für verstärkte Kontrollen aus.

Allein im Vorjahr wurden in Österreich laut Innenministerium 105.859 Vergehen gegen das Handy-Verbot geahndet, das sind viermal so viele wie Alko-Lenker (27.896) erwischt wurden. Im Schnitt wurde damit in Österreich alle fünf Minuten ein Handy-Sünder ertappt, verdeutlicht der VCÖ.

Laut Erhebung des KfV führen Österreichs Autofahrer täglich rund 900.000 Telefonate ohne Freisprecheinrichtung. Das heißt, nur eines von 3.000 Handy-Vergehen wird auch geahndet.

Telefonieren am Steuer verlängert die Reaktionszeit durchschnittlich um 0,5 Sekunden, das Schreiben von SMS oder Bedienen von Navigationsgeräten um etwa zwei Sekunden.

Dieser Blindflug führt zu einem massiv verlängerten Anhalteweg, was im Ortsgebiet für Fußgänger, insbesondere für Kinder und ältere Menschen, fatal sein kann. Neben „Don’t drink and drive“ ist auch die Devise „Don’t phone and drive“ zu beherzigen, betont der VCÖ.

Die derzeitige Strafe von 50 Euro wird den möglichen Folgen nicht gerecht. VCÖ-Sprecher Christian Gratzer: „Gerade im Ortsgebiet, wo Kinder unterwegs sind, ist die volle Aufmerksamkeit und Konzentration auf den Straßenverkehr wichtig.“

Der VCÖ tritt für die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem ein, so wie das bereits in zwölf EU-Staaten der Fall ist.

Die meisten Handy-Vergehen wurden im Vorjahr in Wien geahndet, nämlich 23.049. Knapp dahinter folgt Niederösterreich mit 22.847 geahndeten Handy-Vergehen, das waren doppelt so viele wie in Oberösterreich (11.331).

In der Steiermark wurden 17.908 Handy-Sünder erwischt, in Tirol 9.172 und in Kärnten 8.633. Während in Wien rund sechsmal so viele Handy-Sünder wie Alko-Lenker erwischt wurden, waren es im Burgenland dreimal so viele (2.736 Handy-Vergehen und 903 Alko-Lenker).

Früher musste der Handy-Sünder von der Exekutive angehalten und in flagranti erwischt werden. Seit Jahresanfang können auch Bilder aus der Verkehrsüberwachung, wie Radarbilder, für die Ahndung von Handy am Steuer verwendet werden.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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