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Auftragseingangsentwicklung (Elektriker), Auftragseingangs-/Umsatzentwicklung (Gewerbe und Handwerk), Umsatzentwicklung (Handel, Dienstleistungen exkl. Handel); Nominelle Entwicklung 1. Halbjahr 2015 (Veränderung zum 1. Halbjahr 2014 in %)

„Uns ist kalt!“ Gewerbekonjunktur wird schlechter

02.10.2015

Die Flüchtlingskrise soll nun auch Handwerks- und Gewerbefirmen mobilisieren, Lehrstellen wenn möglich mit unbegleiteten Jugendlichen aus Krisengebieten zu besetzen. "Das Flüchtlingsthema trifft uns in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit", sagte der Geschäftsführer der KMU-Forschung Austria, Walter Bornett. Für das vierte Quartal seien die Erwartungen der Firmen schlechter als Ende 2014.

"Wenn draußen die Temperatur unter null geht, muss man aufpassen, da wird‘s frostig. Uns im Handwerk und Gewerbe ist kalt". So formulierte das am Mittwoch die Bundesspartenobfrau in der Wirtschaftskammer Österreich, Renate Scheichelbauer-Schuster. Gewerbe und Handwerk entwickelten sich demnach schlechter als andere Sektoren der Wirtschaft wie Handel oder Dienstleistungen. Somit sehen sich diese Branchen in der von Wifo und IHS prognostizierten Erholung auch nicht wieder.

Der konjunkturelle Druck auf die Betriebe nehme vielmehr weiter zu: Im ersten Halbjahr seien die Umsätze bzw. Auftragseingänge im Gewerbe und Handwerk um weitere 2,9 Prozent gesunken. Betroffen war davon nahezu der gesamte Bausektor, bis auf wenige Ausnahmen gehe das Minus quer durch alle Branchen. Immer mehr Betriebe hätten Auslastungsprobleme.

In den investitionsgüternahen Sparten sei der Auftragsstand heuer im 3. Quartal im Vergleich zum 3. Quartal des Vorjahres um 3,5 Prozent gesunken. In konsumnahen Bereichen gab es laut KMU-Foschung überwiegend Umsatzrückgänge. Auch hier sei die Lage schlechter als im Vergleichsquartal 2014.

Bis zum Jahresende werde das Minus vom Halbjahr nicht mehr auszubügeln sein, "ein Nullergebnis wäre durchaus ein Erfolg", sagte KMU-Forscher Bornett. Die Zahlen und Prognosen zeigten in diesen Sparten von Quartal zu Quartal nach unten. Ertragseinbrüche hießen auch, dass Steuerleistungen ausblieben. Auf die Jobs habe die Eintrübung erfreulicherweise bisher keine Auswirkungen, berichtete die Bundessparte.

Erneuert wurde am Mittwoch von den Unternehmervertretern die Forderung nach Verlängerung - und Erweiterung - des Handwerkerbonus. Der finanziere sich praktisch von selbst, wird argumentiert, da damit auch der Schwarzarbeit entgegengewirkt werde. Die vom Finanzministerium für heuer bereitgestellten 20 Mio. Euro waren schon im August verbraucht.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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