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Unold läuft unrund: Webshop mit erheblichen Start-Problemen

14.06.2012

Unold versucht über einen frisch eingerichteten Webshop zusätzliche Umsätze zu generieren. Schönheits-Fehler dabei: Heimische Händler sind nicht registriert. „Sie können ruhig bestellen“, informiert uns Webshop-Dienstleister Arendicom auf Nachfrage. „Das Gerät bekommen sie über einen deutschen Händler zugeschickt.“

Geändert wurde der im Unold-Shop angelegte „kleine Grenzverkehr“ erst in den letzten Stunden. Inzwischen heißt’s auf der Unold-Page von vornherein: „Leider können wir Ihr Heimatland nicht beliefern.“ Ob entsprechende Telefonate der Elektrojournal-Redaktion damit in Zusammenhang stehen, sei dahingestellt. Als wir heute Morgen (14.6.) den Bestell-Prozess durchspielten, war Österreich nebst einem Dutzend anderer Länder jedenfalls noch angelegt. Wer auf Abholung des Unold-Produkts bestand, der wurde allerdings nach Berlin geschickt.

 

Wir wandten uns daraufhin an Dienstleister Arendicom, der Versand und Rechnungs-Abwicklung für den Kleingeräte-Anbieter erledigt. Dort wurde uns beschieden: „Eine Abholung ist nicht möglich. Aber wenn Sie per Kreditkarte oder PayPal bestellen, wird ihnen das betreffende Gerät vom geografisch am nächsten gelegenen Händler aus Deutschland via UPS zugeschickt.“ Die Versand-Kosten nach Österreich wurden zu diesem Zeitpunkt auf der Unold-Homepage noch mit 10,50 Euro (innerhalb Deutschlands: 4,90 Euro) angegeben. Die Auswahl umfasste weitere Länder, in denen Unold präsent ist.

 

Etwas anders sah Unold-Vorstand Michael Grabaum die Sache: Zwar sei offenbar ein Bestell-Prozess auch aus Österreich durchzuführen; er gehe aber davon aus, dass der Kunde danach verständigt werde, dass eine Lieferung dorthin nicht möglich sei. „Wir haben das Ganze für Österreich noch nicht aufgeschaltet, und es sind daher auch keine Händler registriert.“ Arendicom sei noch dabei, eine logistische Lösung bzw. einen Spediteur für Österreich zu suchen. Auch in Deutschland stehe man erst am Anfang: „Es gibt schon ein oder zwei Händler, die da mittun. Auch einzelne Kooperationen wie der EK Bielefeld haben ihre Mitglieder via Intranet informiert.“

 

Apotheker-Image für Fachhändler?

 

In Deutschland soll das Geschäft so funktionieren: Nach Bestellung ermittelt Arendicom den geografisch am nächsten gelegenen Händler, der das Gerät vorrätig hat. Wer den Zuschlag erhält, muss innerhalb von 24 Stunden versandbereit sein. Von diesem wird die Ware abgeholt und an den Kunden verschickt. Der Auslieferer kümmert sich um die Rechnungs-Abwicklung beim Händler und beim Kunden.

 

Grabaum: „Im Webshop bieten wir die Geräte erst mal zum UVP an. Vielleicht kommen wir auch mal mit vereinzelten Aktionen.“ Stellt sich die Frage, ob man dem Fachhändler, der den Zuschlag erhält, damit nicht ein Apotheker-Image verpasst. Der Zauberstab Esge M100 Design White (UVP 74,99 Euro) etwa findet sich zurzeit auf billiger.de ab 53,90 Euro bzw. ab 55,89 Euro auf idealo.de. Die Onyx-Kaffeemaschine zum UVP von 49,99 Euro kommt bei preis.de auf 32,59 Euro.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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