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Erkenntnis einer aktuellen Studie von RegioData Research: Bei der Shopping Mall Dichte in Europa liegt Österreich nicht mehr im Spitzenfeld.

Umsatzrückgänge vieler heimischer Shopping Malls

07.06.2017

Laut RegioData driften die Quadratmeterumsätze auseinander, die Shopping Malls werden sich immer ähnlicher, die Leerstandsraten steigen, zudem ist die Shopping Malls-Pipeline fast leer.

Obwohl im vergangenen Jahr in Österreich nur eine neue Shopping Mall (ELI, Liezen) eröffnet wurde, verändert sich laut RegioData Research die Branche doch wesentlich: Höhere Leerstände und häufigere Mieterwechsel sind die Folge des stagnierenden und gesättigten Marktes. Umsatzzuwächse können meist nur mehr durch Erweiterungen erzielt werden.

Durch die geringen Flächenzuwächse in den letzten Jahren, ist Österreich vom fünften Platz ins Mittelfeld abgerutscht. Mit ca. 360 m² Verkaufsfläche pro 1.000 Einwohnern (Basis: alle Shopping Malls > 5.000 m² Verkaufsfläche) erreicht Österreich im europäischen Vergleich den zehnten Platz bei der Abdeckung mit Shopping Malls.

Die Spitzenwerte in diesem Ranking erreichen vor allem die skandinavischen Länder, wo auf Grund der regionalen Struktur und des Klimas Shopping Malls eine besonders geeignete Einkaufsform darstellen.

Die 100 größten Shopping Malls in Österreich haben 2016 knapp 9,5 Mrd. Euro Umsatz erzielt. Gegenüber dem Jahr zuvor bedeutet das praktisch eine Stagnation. Ohne Berücksichtigung der zusätzlich entstandenen Verkaufsfläche errechnet sich sogar eine etwas geringere Quadratmeterproduktivität (etwa 3.600 €/Jahr/m² vermietbarer Fläche).

Somit sind offensichtlich auch die Shopping Malls von den steigenden Onlineumsätzen (derzeit in Österreich knapp 12 % des Einzelhandelsumsatzes) betroffen. Von den untersuchten 100 Zentren konnten nur knapp 20 % reale Umsatzzuwächse erzielen.

Einige wenige Shopping Malls konnten im vergangenen Jahr wieder sehr hohe Quadratmeterumsätze erzielen und diese sogar teilweise noch steigern, allen voran der Messepark in Dornbirn, der mit etwa 10.400 €/m² auch stark von den Schweizer Kunden profitiert, gefolgt vom Europark in Salzburg und dem Designer Outlet in Parndorf.

Am anderen Ende des Rankings befinden sich 15 Shopping Malls mit einer jährlichen Quadratmeterleistung von unter 3.000 €, fünf davon sogar unter 2.000 €/m².

Der Branchenmix der österreichischen Shopping Malls gleicht sich allmählich an: In der Regel beträgt der Anteil der Filialisten im Einzelhandel bereits über 90 %.

Während im Jahr 2015 der Anteil der leer stehenden Flächen nur bei 3,6 % lag, betrug dieser Wert im vergangenen Jahr bereits 5,1 %, Tendenz weiter steigend.

Derzeit gibt es nur zwei größere Planungen: einen weiteren Versuch zur Neubelebung des leerstehenden Uno-Shopping Centers bei Linz – diesmal unter dem Namen Allinn7 – und ein, ebenso schon länger bekanntes, Projekt in Neusiedl am See (Perfect Shopping Neusee). Kleinere Projekte bestehen zudem in Lienz, Wien, Steyr und Zwettl.

Ein klarer Trend ist jedoch zur Erweiterung bestehender Shopping Malls zu erkennen: Von den 100 größten Shopping Malls haben derzeit 15 konkrete Erweiterungspläne, die allerdings zum Teil durch das Fehlen behördliche Genehmigungen oder dem nur wenig expandierenden Einzelhandel gebremst werden.

Mieterwechsel werden häufiger: Im vergangenen Jahr wurden in den untersuchten einhundert Malls über 800 Mieter ausgetauscht, ein Wert, der vor einigen Jahren noch bei der Hälfte lag.

Kurzum: Während viele Betreiber auf Vergrößerung und Optimierung der Verkaufsflächen setzen, verkleinern andere die Verkaufsflächen und nutzen sie für Dienstleistungsangebote oder öffentliche Einrichtungen.

Der internationale Trend zur Aufwertung der Gastronomie in den Shopping Malls ist in Österreich übrigens nicht zu erkennen: Der Anteil an der Gesamtfläche sank im letzten Jahr von 6,7% auf 6,5%.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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