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Trotz Klage wegen Markenrechtsverletzung: Mobilfunker stehen Schlange fürs iPhone

11.01.2007

Das IT-Unternehmen argumentiert damit, die Markenrechte an dem Kunstwort bereits seit 2000 zu besitzen, als man diese von InfoGear-Technology erwarb. Zudem gab die Cisco-Tochter Linksys bereits Mitte Dezember die Markteinführung einer neuen Produktreihe, ebenfalls "iPhone" genannt, im VoIP-Bereich bekannt. Die beim Bundesgericht in San Francisco eingereichte Klage verfolgt das Ziel, Apple mit einer einstweiligen Verfügung an der Verwendung des Markennamens zu hindern.

"Es gibt keinen Zweifel, dass das neue Telefon von Apple sehr aufregend ist", so Cisco-Justiziar Mark Chandler. "Aber ohne unsere Erlaubnis sollten sie nicht unsere Marke verwenden."

Dass Apple von den Namensproblemen wusste, beweist auch die Tatsache, dass es bereits Verhandlungen über die Nutzung gegeben hat. Diese Gespräche seien aber wenige Stunden vor der Rede von Apple-Chef Steve Jobs auf der MacWorld Expo ergebnislos abgebrochen worden. Apple vertritt den Standpunkt, dass sein Mobiltelefon zu einer anderen Gerätekategorie gehört als das im Cisco-Geschäftsbereich Linksys entwickelte Gerät für die Internet-Telefonie. Deswegen stehe es Apple auch frei sein Gerät als iPhone zu bezeichnen. Apple-Sprecherin Natalie Kerris wies die Klage von Cisco zurück und bezeichnete sie als dumm. "Wenn Cisco uns deswegen herausfordern will, sind wir zuversichtlich, dass wir gewinnen werden."

Europäische Mobilfunker stehen Schlange

Um vieles erfreulicher für Apple ist da schon die Tatsache, dass die europäischen Mobilfunker nun schon Schlange stehen, um am Hype rund um das iPhone mitzumischen. Der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica führte dabei als erster Sondierungen mit Apple-Chef Steve Jobs über den exklusiven Einsatz des iPhones durch. Die Konzern möchte das neue Smartphone gleich in ganz Europa vermarkten, berichtet etwa die britische Tageszeitung "The Times". Das neue Handy soll ja im vierten Quartal in Europa auf den Markt kommen. Neben Telefónica bewerben sich auch die restlichen europäischen Mobilfunk-Granden - Vodafone, Orange und T-Mobile - um einen Vertrag.

Das iPhone gibt's offenbar nur exklusiv

Apple will sich nämlich auch in Europa auf einen exklusiven Vertriebspartner beschränken. So will der Hersteller gewährleisten, dass er weiterhin die volle Kontrolle über das Produkt behält. Auch im Kundendienst ergäben sich Vorteile, hieß es. Dass die Mobilfunkunternehmen zudem zu höheren Lizenzzahlungen bereit sind, wenn sie exklusiver Partner werden, dürfte ebenfalls eine nicht ganz unerhebliche Rolle spielen. In den USA ist das iPhone ausschließlich über die AT&T-Mobilfunktochter Cingular Wireless zu haben.

Das Interesse der Mobilfunker begründet sich nicht allein in den zu erwartenden Absatzzahlen. Man spekuliert auch mit höheren Zusatzeinnahmen durch Datenservices. Apropos Datenservices: am iPhone wird zwischenzeitlich auch Kritik geübt. Grund ist hier vor allem die fehlende UMTS-Funktionalität, die die Einsatzmöglichkeiten erheblich einschränkt.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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