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Eines der Siegerprojekte: das Betriebsgebäude der Windkraft Simonsfeld AG in Ernstbrunn/Niederösterreich.

TPPV-Award für Bauwerkintegrierte Photovoltaik: das sind die Gewinner

23.04.2020

Zum mittlerweile zweiten Mal hat die Österreichische Technologieplattform Photovoltaik (TPPV) die besten Projekte für Bauwerkintegrierte Photovoltaik (BIPV) mit dem „Innovationsaward für Bauwerkintegrierte Photovoltaik“ prämiert.

Eine internationale Jury aus verschiedenen Fachbereichen wählte aus insgesamt 22 Einreichungen die innovativsten und architektonisch anspruchsvollsten Projekte aus. Der BIPV-Award hätte eigentlich am 19. März beim PV Austria Kongress vergeben werden sollen. Die Veranstaltung musste aber abgesagt werden.

Gebäude sind in erster Linie Energieverbraucher – immerhin benötigen sie etwa 40% des Gesamtenergiebedarfs in Österreich. Aber es geht auch anders: Bauwerke können ebenso essentiell bei der nachhaltigen Energiegewinnung der Zukunft sein – vor allem im Bereich der Solarenergie. Großes Potential steckt vor allem in der Photovoltaik, wenn die Gebäudehülle dafür clever genutzt wird. So können etwa Photovoltaikelemente die Funktion von Fassaden, Dächern, Sonnenschutzeinrichtungen und sogar Fensterscheiben übernehmen; abseits der Gebäude gilt es, Lärmschutzwänden, Parkflächen und anderen Infrastrukturen die zusätzliche Funktion der Stromversorgung zu geben. „Die Möglichkeiten sind vielfältig: Ziel ist es, zukünftig bei jedem Neubau und jeder Renovierung die auf die Gebäudeflächen einfallende Energie zu nutzen und Photovoltaik bereits in frühen Phasen der Planung als Gebäudestandard zu berücksichtigen. Dafür gibt es vielfältige, kreative, innovative und ästhetische Lösungswege, die wir mit dem Award für Bauwerkintegrierte Photovoltaik auszeichnen und vor den Vorhang holen wollen“, betont Hubert Fechner, Obmann der Österreichischen Technologieplattform Photovoltaik (TPPV).

Das sind die Gewinner

Fünf der 22 eingereichten Projekte wurden als „Nominierte“ ausgewählt, drei davon wurden mit dem Innovationsaward ausgezeichnet:

Betriebsgebäude Windkraft Simonsfeld AG, Ernstbrunn / Niederösterreich
Einreicher: Architekturbüro Reinberg ZT GmbH
Architekt: Georg W. Reinberg, Architekturbüro Reinberg ZT GmbH

Beim Betriebsgebäude der Windkraft Simonsfeld AG handelt es sich um ein Plus-Energie-Gebäude, das nicht nur den Heiz- und Kühlbedarf sondern den gesamten Energiebedarf inkl. Mobilität abdeckt. Der Einsatz der Photovoltaik hat zwei Nutzen: Neben der Stromerzeugung wird auch eine Verschattung für passive Kühlung ermöglicht. Damit ist eine nach Süden hin große Glasfassade mit einem dahinter befindlichen nutzbaren Aufenthaltsbereich möglich, von dem man einen Blick ins Freie hat. Trotzdem benötigt das Gebäude wenig Energie. Die Jury lobte vor allem „die sehr umfassende Betrachtungsweise inkl. der gewählten Baumaterialien und den Blick auf den gesamten Lebenszyklus, was auch den späteren Rückbau umfasst. Zudem wurden Naturmaterialen mit geringem CO2-Potential eingesetzt.“

Mehrfamilienhaus mit Energiezukunft, Zürich / Schweiz
Einreicher: Kioto Solar / KIOTO Photovoltaics GmbH
Architekten: Rene Schmid Architekten AG

Das Mehrfamilienhaus mit Energiezukunft in Zürich-Leimbach zeigt eine wegweisende Lösung für die zukünftige Energieversorgung. Mit Photovoltaikmodulen auf Dach und Fassade als hocheffiziente und ganzjährige Stromerzeuger, e-Gas/Biogas als Energieträger, dem Erdgasnetz als Speicher, der Power-to-Gas-Technologie sowie der neuen Hybridbox als Herzstück kann das Haus sogar im Winter Strom ins Netz abgeben. Das war bis jetzt undenkbar für ein Photovoltaikhaus. Die PV-Module sind zwar Standard-Module aber wie einzelne Hautschuppen angeordnet und mit neutralen Farben bzw. Drucken ansprechend gestaltet. „Das ist wichtig für die Akzeptanz der Technologie im städtischen Bereich“, erklärt die Jury.

MPREIS Tiefkühlhalle, Völs / Tirol
Einreicher: MPREIS Warenvertriebs GmbH
Architekt: Seelos Architekten ZT GmbH

Seit der Inbetriebnahme der ersten Photovoltaikanlage bei MPREIS im Jahr 2006 ist die Energiequelle Solarstrom ein fester Bestandteil des nachhaltigen Energiebereitstellungskonzeptes des Unternehmens. Aufgrund produktionstechnischer Erfordernisse wurde im Jahr 2017 die Kapazität des Tiefkühllagers erweitert. Im Zuge dieser Erweiterung wurde die auf diesem Gebäude installierte Photovoltaikanlage ausgebaut, wobei ein großer Teil in die Fassade integriert wurden. Damit entstand eine aktive Photovoltaikfläche von insgesamt 1.475m² in den verschiedenen Fassadeflächen. Das Projekt Tiefkühlhalle MPREIS zählt damit zu den größten Fassaden-PV-Systemen Österreichs. „Es ist die ideale Überlappung von energetischem Bedarf (Kühlung) und photovoltaischer Energiebreitstellung“, kommentiert die Jury.

„Auch heuer zeichnen sich die eingereichten Projekte wieder durch einen hohen Anspruch an Nachhaltigkeit aus. Besonders wichtig bei der Auswahl waren uns innovative PV-Lösungen gepaart mit architektonisch und ästhetisch ansprechender Gestaltung und Integration in der Gebäudehülle“, fasst Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds zusammen. „Mit Leuchtturmprojekten wie diesen ist der Wandel von einem Gebäude als Stromverbraucher hin zu einem Gebäude als Stromerzeuger vorgezeichnet“, freut sie sich.

Der 2. Innovationsaward für Bauwerkintegrierte Photovoltaik wird vom Klima- und Energiefonds, dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, der ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH sowie den Innsbrucker Kommunalbetrieben unterstützt und von der Österreichischen Technologieplattform Photovoltaik in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Photovoltaic Austria organisiert.

Die Siegerprojekte im Video

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