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Teure Expansion um jeden Preis: Amazon nimmt Verluste in Kauf

29.07.2013

Amazon rutschte im zweiten Quartal in die roten Zahlen ab, wächst aber gleichzeitig enorm aggressiv. Es gehört zur Strategie den Unternehmen, um jeden Preis zu expandieren. In Europa kam es zuletzt wegen der Steuertricks ins Gerede. In Österreich scheint ein Logistik-Zentrum geplant zu sein.  

Der gefahrene Expansionskurs kostet. Amazon rutschte im zweiten Quartal in die roten Zahlen und rechnet auch für die kommenden drei Monate mit Verlusten. Unter dem Strich lag das Minus im Frühjahr bei 7 Mio. Dollar (5,3 Mio. Euro) oder zwei Cent pro Aktie, wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten dagegen mit einem Gewinn gerechnet. Im Vorjahr hatte der Versender noch einen Überschuss von 7 Mio. Dollar verbucht.

 

Für das Sommerquartal prognostizierte Amazon unter anderem wegen geplanter massiver Investitionen in Online-Videos einen Betriebsverlust zwischen 440 und 65 Mio. Dollar. Dabei dürften allein Sonderposten ein Loch von 340 Mio. Dollar in die Kasse reißen. Doch selbst wenn man diese Effekte herausrechnet, dürfte das Ergebnis deutlich schlechter ausfallen als erwartet.

 

Trotz Verluste Wachstum

 

Gleichzeitig wächst Amazon allerdings enorm aggressiv über Dumping-Preise und investiert einen Großteil seiner Gewinne in den Aufbau neuer Geschäftsfelder - wie etwa die E-Reader-und Tabletprodukte aus der Kindle-Familie. Das ist die Strategie, die der Konzern fährt. Und diese funktionierte bislang. Die Marktanteile steigen, die Mitbewerber in den diversen Ländern geraten unter Druck, die Handelslandschaft bekommt Probleme. Der E-Handel kann davon ein Lied singen.

 

In Zahlen: Der Umsatz stieg im Berichtszeitraum um 22 Prozent auf 15,7 Mrd. Dollar. Für das dritte Quartal rechnet Amazon mit Umsatzerlösen zwischen 15,45 und 17,15 Mrd. Dollar. Dies wäre ein Zuwachs um zwölf bis 14 Prozent verglichen mit dem dritten Quartal 2012.

 

Logistikzentrum & Steuertricks

 

In Österreich überlegt der Internethändler, ein Logistik- und Versandzentrum in Rudersdorf im Burgenland zu errichten, berichtet das ORF-Radio.

 

In Europa war das Unternehmen zuletzt außerdem wegen seiner umstrittenen Steuerpolitik und Streiks in die Negativschlagzeilengeraten. Der Internet-Versandhändler wickel am alten Kontinent einen großen Teil des Umsatzes über Luxemburger Gesellschaften ab und zahlte deswegen in Ländern wie Österreich oder Deutschland kaum Steuern. Letztendlich fließt ein Großteil der Erlöse an die in Luxemburg angesiedelte Amazon Europe Holding Technologies. Als steuerbefreite Partnerschaft zahlte diese keine Steuern.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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