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Studie: Wie unsere Jugend tickt

18.04.2016

Der Jugend-Trendmonitor von Marketagent.com und Doc-LX nimmt bereits zum fünften Mal das Leben von Österreichs Jugend unter die Lupe. Die aktuelle Studie untersucht den Tagesablauf und Medienkonsum der 14- bis 29-Jährigen und begleitet knapp 1800 Jugendliche und junge Erwachsene einen ganzen Tag lang durch die demoskopische Brille.

Alexander Knechtsberger, Doc-LX Holding-Gründer und der Studienautor und Marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl stellten die Ergebnisse der Jugend-Trend-Studie vor.

 

Mit 75 Fragen bildet die Studie 24 Stunden im Leben des heimischen Nachwuchses ab: etwa wann die Millennials beziehungsweise die Generation Y aufstehen, was sie essen, wie viele Kurznachrichten sie verschicken und wie sportlich sie sind. Auch den Mediennutzungs- und Kommunikationsmustern geht die Studie auf den Grund und verrät, ob sich der Gute-Laune-Index am Montag wirklich im Keller befindet. Die Generation Y gilt als große Herausforderung für den Arbeitsmarkt und in zahlreichen Studien wird von einer gänzlich neuen Generation gesprochen, die mit anderen Wertesystemen, Wünschen und Vorstellungen heranwächst.

Keine Rebellengeneration

Bei der Studienpräsentation fasst Doc-LX Holding-Gründer Alexander Knechtsberger zusammen: „Die Jugendlichen finden sich im geregelten Alltag sehr gut zurecht, wobei sich das Bedürfnis nach einer ausgeglichenen Work-Life-Balance schon in jungen Jahren erkennen lässt. Wenig Sport steht eine gesunde und ausgewogene Ernährung gegenüber. Deutlich zu erkennen ist die Bedeutung des Smartphones als ständiger Begleiter, das allerdings kaum mehr für klassische Telefonate genutzt wird.

Studienautor und Marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl betont: „Der große Aufruhr um die Generation Y in den Medien scheint übertrieben: Wir sehen eine Generation, die bewusst mit ihrer Zeit umgeht und weitgehend zufrieden ist. Die jungen Erwachsenen und Jugendlichen sind keine Rebellengeneration, sondern haben sich mit dem System und seinen Mechanismen angefreundet.“

Guten Morgen – gute Nacht

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind keine Langschläfer: Unter der Woche beginnt ihr Tag um 6.30 Uhr und auch am Wochenende verlassen sie das Bett schon um 9.30 Uhr. Fast die Hälfte der Befragten (48,1 Prozent) werden vom Smartphone oder Tablet aus dem Schlaf geholt; der klassische Wecker beendet nur mehr die süßen Träume von 13,6 Prozent der Umfrageteilnehmer. 20,6 Prozent benötigen gar keine technischen Hilfsmittel, sondern wachen von alleine auf. Trotz des frühen Starts in den Tag ist die Laune in den Morgenstunden überwiegend (41,2 Prozent) gut. Deutlich besser wird sie allerdings am Wochenende. Schlecht gelaunt in den Tag starten nur 3,6 Prozent der Millennials. Für die gute Laune am Morgen sorgen auch Liebkosungen: 34 Prozent der Befragten beginnen den Tag mit einem Guten Morgen-Bussi oder einem Kuss.

Unter der Woche und am Sonntag geht die Jugend durchschnittlich um 23.00 Uhr schlafen. Am Samstag verabschieden sich die Youngsters um Mitternacht ins Traumland. Für wohlige Träume sorgen bei 39 Prozent der Befragten ein Gute Nacht-Bussi oder Kuss. 57 Prozent gehen gut gelaunt schlafen, womit dieser Wert deutlich höher ist als in den Morgenstunden. Mit 64 Prozent sind bettschwere Männer in den Abendstunden etwas besser drauf als Frauen, von denen nur 50 Prozent gut entschlummern. Einschlafprobleme betreffen nur 20 Prozent der jungen Menschen, wobei Männer auch etwas besser einschlafen als Frauen. Sieben Stunden schlafen die jungen Erwachsenen und Jugendlichen durchschnittlich, bevor sie in einen neuen Tag starten.

Work-Life-Balance auch bei den Jungen

Durchschnittlich werden zwischen sechs und acht Stunden täglich mit dem Job oder der Ausbildung verbracht. An einem Wochentag stehen diesem Wert fünf Stunden gegenüber, die aktiv mit Freizeitgestaltung verbracht werden. Am wenigsten wird am Freitag gearbeitet, an dem auch die Freizeit mit sieben Stunden deutlich überwiegt.

Bewusste Ernährung steht hoch im Kurs

Die erste Mahlzeit des Tages nehmen die Befragten durchschnittlich um 9.30 Uhr zu sich und lassen es sich um 20.00 Uhr das letzte Mal schmecken. Nur zwei Drittel der Youngsters frühstücken, während 86,3 Prozent zu Mittag essen und das Abendessen für 91 Prozent ein fixer Bestandteil ihres Tagesablaufs ist. An Werktagen wird durchschnittlich eine warme Mahlzeit konsumiert und am Wochenende sind es zwei warme Essen, die sich die Umfrageteilnehmer schmecken lassen. Mit einer überwiegenden Mehrheit von 70,8 Prozent mittags und 75,7 Prozent abends stehen frisch zubereitete und gekochte Speisen am Ernährungsplan. Fertiggerichte und Fast Food spielen im Ernährungsverhalten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine untergeordnete Rolle. 46,1 Prozent der Umfrageteilnehmer schwingen sogar selbst den Kochlöffel, wobei der Wert bei Frauen mit 35,3 Prozent etwas über jenem der Männer von 23 Prozent liegt. 17,1 Prozent der jungen kochen gerne auch gemeinsam.

„Low Carb“ ist bei den 14- bis 49-Jährigen nicht angekommen: Am liebsten werden Kohlehydrate konsumiert. Ebenfalls hoch im Kurs stehen Milchprodukte, Fleisch und Wurst, Gemüse und Obst. Süßigkeiten, Mehlspeisen, Eier und Fisch treffen den Geschmacksnerv der jungen Generation weniger.

Auch bei den Getränken gibt sich die Jugend bewusst gesund: 70 Prozent geben an, am liebsten Leitungswasser zu trinken. Kaffee folgt mir 43 Prozent auf Platz zwei der beliebtesten Getränke und Mineralwasser kommt mit 40 Prozent auf Platz drei. Erst dann folgen Soft Drinks, Tee, Fruchtsäfte und Sirup. Alkoholische Getränke und Energy Drinks haben nur rund 15 Prozent der Befragten am Vortag zu sich genommen. Alkohol wird bevorzugt am Samstagabend konsumiert, wo auch gerne zu salzigen Knabbereien gegriffen wird.

60 Prozent sind gut gelaunt

63 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen geben an, am Vortag gut gelaunt durch den Tag gegangen zu sein, wobei dieser Wert gegen Wochenende hin um rund zehn Prozent ansteigt. Nur elf Prozent sind tendenziell schlecht gelaunt gewesen. Trotzdem machen auch Erschöpfung und Müdigkeit (29 Prozent), Kopfschmerzen (20 Prozent), Verspannungen und Rückenschmerzen den Youngsters Beschwerden. Immerhin 35 Prozent klagten zum Zeitpunkt der Befragung über keine körperlichen Belastungen.

Ausgepowert ins Wochenende

Die meisten körperlichen Beschwerden wie Erschöpfung, Kopfschmerzen oder Verspannungen erreichen ihren Höhepunkt im Wochenverlauf am Freitag, womit die jungen Menschen ausgelaugt in das Wochenende zur Regenration starten. Auch die meisten negativen Emotionen wie Ärger über andere Personen, Stressgefühle und Sorgen erreichen am Ende der Arbeitswoche ihren Höhepunkt.

Am meisten kommunizieren die jungen Erwachsenen und Jugendlichen mit ihren Freunden (84 Prozent), den Eltern (73 Prozent) und Kollegen (47 Prozent). Unter der Woche sind sie mit rund zehn Personen am Tag in persönlichem Kontakt. Der Sonntag bleibt der Tag der Ruhe, an dem nur mit fünf Menschen persönlich kommuniziert wird.

Das Smartphone ist nicht zum Telefonieren da

Am wenigsten wird das Smartphone bei einer täglichen Nutzungsdauer von zwei Stunden zum Telefonieren genützt, wobei sich klar zeigt, dass umso weniger telefoniert wird, je jünger die Befragten sind. Durchschnittlich werden nur vier Telefonate am Tag geführt, jedoch 53 Kurznachrichten versandt. Hier gilt: je jünger, desto fleißiger beim Tippen. Die 14- bis 19-Jährigen verschicken pro Tag 81 Kurznachrichten; bei den 25- bis 29-Jährigen sind es hingegen nur 27. Auch E-Mails stehen schlecht in der Gunst: nur drei pro Tag werden verschickt.

Facebook ist das meistgenutzte soziale Medium, das von 80 Prozent der Befragten fünfmal täglich genutzt wird. Platz zwei geht an den Videodienst YouTube, auf den 60 Prozent zugreifen, und Platz drei holt sich Instagram mit 36,5 Prozent der Befragten. Twitter, Tinder, Pinterest und Xing spielen bei den 14- bis 29-Jährigen so gut wie keine Rolle.

81 Prozent geben an mit ihren Freunden Kontakt über Kurznachrichten zu haben und 60 Prozent haben ihre Freunde gestern persönlich getroffen. Nur 38 Prozent haben zum Hörer gegriffen. Die Kommunikation mit Freunden wird von 80 Prozent der Befragten überwiegend positiv empfunden.

Generation Couch Potatoes

Sowohl unter der Woche (25 Prozent) als auch am Wochenende (rund 45 Prozent) hängen die jungen Erwachsenen und Jugendlichen am liebsten mit ihren Freunden gemeinsam zuhause ab. Während an Werktagen gemeinsames Lernen den zweiten Platz einnimmt, dominieren an den Wochenenden Besuche in Cafés, Bars, Kneipen, Restaurants und Diskotheken sowie Spaziergänge. Sport hat in der gemeinsamen Freizeitgestaltung eine untergeordnete Rolle.

Im Tagesschnitt wird nur eine Stunde an der frischen Luft verbracht. 60 Prozent des Tages entfallen auf die Nichtbewegungsarten Sitzen, Chillen und Liegen, wobei sich vor allem das jüngste Alterssegment (14 bis 19 Jahre) als bekennende Bewegungsmuffel outet. Nur 30 Prozent der Befragten haben am Vortag aktiv Sport betrieben, wobei die Jüngeren etwas sportlicher als die Älteren sind. Jedoch sind 40 Prozent der Generation Y davon überzeugt, ausreichend Sport zu betreiben. Wenn Sport betrieben wird, dann sehr gerne unter einem festen Dach: Zu den beliebtesten Sportarten zählen Fitness, Yoga und Pilates mit 42 Prozent, Kraftsport und –training mit 22 Prozent. Erst auf dem dritten Platz folgt Laufen. Sport wird durchschnittlich 1:20 Stunden betrieben und da bevorzugt am späten Nachmittag oder Abend.

Nachrichten kommen an

70 Prozent der jungen Menschen nehmen Nachrichten zumindest am Rande wahr, wobei chronikale Nachrichten und aktuelles Tagesgeschehen, Politik sowie lokale und regionale Geschehnisse die Wahrnehmung dominieren. Nach Hörfunk und TV bestimmen bereits Artikel in sozialen Medien die Nachrichtenwahrnehmung. Als traditionsreiches Digitalmedium hat der Teletext noch nicht ausgedient: Er rangiert als Informationsquelle vor Wochenzeitungen und Magazinen. Zeitungen werden bevorzugt in ihren Onlineausgaben konsumiert. Immerhin zwei Drittel der Millennials geben an, täglich zwei Stunden vor dem klassischen Fernseher zu verbringen. Der PC liegt mit einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von drei Stunden durch 72 Prozent der Befragten bereits vor dem linearen TV-Gerät.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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