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Steuerreform und Kollektivvertrag: Handelsvertreter üben Kritik

24.06.2015

Der Salzburger Peter Buchmüller ist nun der oberste Händler in Österreich. Er wurde gestern, Dienstag, zum neuen Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) gewählt. Er will nun die Kollektivvertrags-Reform zu einem „guten Abschluss“ bringen und bei den Nachbesserungen zur Steuerreform "bis zuletzt kämpfen".

Peter Buchmüller zwischen seiner Vorgängerin Bettina Lorentschitsch und WK-Präsidenten Christoph Leitl

Großer Kritikpunkt der Wirtschaftskammer an der Steuerreform war von Anfang an die Registrierkassenpflicht. So sei das Problem mit der "Kalte-Hände-Regelung" nicht gelöst. Darunter versteht man Marktstandler, die im Freien arbeiten und die aus Sicht der Kammer von der Registrierkassenpflicht ausgenommen werden sollten. Hier sehen die Handelsvertreter keinen Mehrwert, da sich der Aufwand bei den geringen Einnahmen nicht rechne. Auch Webshops sollten von der Registrierkassenpflicht ausgenommen werden und Automaten (etwa Zigarettenautomaten) nicht als Registrierkasse gelten.

Seit 2011 leitet der 60-Jährige auf Arbeitgeberseite die Kollektivvertragsverhandlungen im Handel, konnte aber noch keine Resultate in punkto KV-Reform liefern. Seit nunmehr eineinhalb Jahren entrümpeln Wirtschaftskammer und Gewerkschaft den komplizierten Handelskollektivvertrag. "Derzeit ist der KV für Nicht-Juristen nicht lesbar", meinte Buchmüller. Momentan verdienen Verkäuferinnen mit den gleichen Voraussetzungen in verschiedenen Bundesländern unterschiedlich viel. Das Ausmaß sei im Vorfeld unterschätzt worden, so Buchmüller. Der neue KV soll daher voraussichtlich erst 2017 und nicht wie geplant 2015 stehen. Heuer im Herbst fänden ganz normale KV-Verhandlungen statt. Im Jahr 2013 einigten sich die Sozialpartner ja auf einen Doppelabschluss für 2014 und 2015, um sich Zeit für die KV-Reform nehmen zu können.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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