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Wer hauseigenen Strom produziert und verbraucht, braucht künftig darauf keine Steuern mehr zu zahlen.

Steuerfrei! Eigenstromsteuer für Photovoltaik-Strom entfällt

30.04.2019

Photovoltaic Austria (PVA) hat Grund zur Freude: Im Zuge der aktuellen Steuerreform wurde die langjährige Forderung, die Eigenstromsteuer zu streichen, umgesetzt. Damit unterliegt selbst produzierter und verbrauchter Strom keiner Abgabe mehr. Die Regelung tritt 2020 in Kraft.

Vera Immitzer, Geschäftsführerin vom Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA), sieht in der Umsetzung einen ersten wichtigen Schritt in Richtung des 100 Prozent Ziels für erneuerbaren Strom bis 2030: „Seit Jahren setzen wir uns für eine Abschaffung der Eigenstromsteuer ein. Wir freuen uns sehr, dass die Bundesregierung erste Ankündigungen in die Tat umsetzt und die Eigenstromsteuer für selbst produzierten und verbrauchten Photovoltaik-Strom nun endlich streicht. Es ist eine wichtige Chance für den weiteren Photovoltaik-Ausbau, vor allem da aktuelle Förderungen verstärkt auf Eigenverbrauch abzielen“, sagt Immitzer.

Nicht mehr zeitgemäß

Die Eigenstromsteuer stammt aus einer Zeit, in der Eigenverbrauch noch kein Thema war. Obwohl es dem PV-Verband 2014 mittels öffentlicher Petition gelang, für die ersten 25.000 kWh Eigenstrom einen Freibetrag zu erzielen, sei diese Abgabe ein Ausschlusskriterium für eine Investition, so der Verband. Denn für jenen Anteil, der über diesen Freibetrag hinaus selber verbraucht wird, müsse eine Elektrizitätsabgabe von 1,5 Cent pro Kilowattstunde entrichtet werden. „Für den angestrebten weiteren Zubau der erneuerbaren Energien ist die Belastung des Eigenverbrauchs nicht mehr zeitgemäß. Dementsprechend hat die gänzliche Streichung der Belastung von vor Ort und Stelle erzeugtem und verbrauchtem Strom oberste Priorität“, bekräftigt Immitzer das Vorhaben der Bundesregierung.

Der Mehrwert dieser Maßnahme liege über dem Abwicklungsaufwand und sei ein starker Motivator für jene Anlagen, die viel Strom selber verbrauchen. Vor allem auch für PV-Gemeinschaftsanlagen sowie zukünftig mögliche umfassendere Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften, die ihren Eigenverbrauch fokussieren, käme die steuerliche Erleichterung rechtzeitig.

Weitere Forderungen

Weitere Punkte, die in der Steuerreform unbedingt beachtet werden müssten, sind laut Immitzer die Senkung der Mehrwertsteuer auf erneuerbaren Energieanlagen, eine Anpassung der Abschreibdauer sowie die grundsätzliche Ökologisierung des Steuersystems. „Wir appellieren an die Bundesregierung, dass auch die weiteren Ankündigungen wie zum Beispiel ein umfassendes 100.000-Dächer Photovoltaik und Kleinspeicher-Programm, die Ausweitung von Anlagen auf Freiflächen sowie die technologiespezifische Ausschreibungen zur Ermittlung der Marktprämie für eingespeisten Strom, ebenso tatkräftig und rasch umgesetzt werden“, hofft Immitzer.

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