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Stationär kommt’s auf Emotionen an: Verdreifachte Online-Umsätze und ein vagabundierender PoS

18.06.2013

Von 2006 bis 2013 haben sich die Onlineumsätze mit Konsumgütern in Österreich (B2C) mehr als verdreifacht. Lagen diese im Jahr 2006 noch bei 1,7 Mrd. Euro, so werden sie bis Ende 2013 rund 5,5 Mrd. Euro betragen – mit Tendenz nach oben. 2019 sollen es dann schon 15,8 Mrd. Euro sein, was einem Onlineanteile von 25 Prozent (aktuell sind es neun Prozent) des gesamten Einzelhandelsumsatzes in Österreich entspricht, prognostiziert RegioPlan.

Nach Branchen betrachtet, sind die Onlineanteile insbesondere in der Buchbranche mit rund 28 Prozent am stärksten. Bereits an zweiter Stelle, mit 26 Prozent, folgt der Bereich Elektronik und Computer. Nicht so richtig durchsetzen kann sich der Online-Boom im Lebensmittelhandel. Mit gerade mal zwei Prozent sind die Anteile hier am niedrigsten. „Dass es Produkte gibt, die nur on- oder nur offline eingekauft werden, gilt nicht mehr“, so Bomba-Wilhelmi, Geschäftsführerin von RegioPlan Consulting. „Der Point-of-Sale vagabundiert immer mehr.“

Fakt ist auch, dass nicht mehr die Ware oder der Kaufakt selber, sondern das soziale und emotionale Erlebnis die Welt der stationären Geschäfte dominieren werden, meint Bomba-Wilhelmi. Diese stark zunehmende Bedeutung des Onlinehandels wird auch die Funktion und das Gesicht der stationären Geschäfte verändern, meint RegioPlan. Besonders weit fortgeschritten ist hier übrigens Großbritannien mit dem höchsten Onlineanteil (13%). Österreich rangiert mit neun Prozent im Mittelfeld. Deutlich niedriger ist die Bedeutung in den USA (6%), in Spanien (4%) oder in Polen (rund 4%).

Ein Onlineshop ist noch lange keine Multi-Channel-Strategie.

„Zwar wird der stationäre Handel nicht verschwinden“, betont Bomba-Wilhelmi. Sie werden jedoch verstärkt auch andere Funktionen übernehmen, wie zum Beispiel Reparatur, Recycling, Wartung von bestimmten Geräten, Versand der im Geschäft gekauften Ware nach Hause, etc. Ebenso werden soziale und emotionale Aspekte eine viel größere Rolle spielen, so die Handelsexpertin. „Geschäfte werden verstärkt ein Ort der Kommunikation und der Inspiration werden.“

„Allein einen Onlineshop zu haben, ist aber noch keine Multi-Channel-Strategie“, gibt Bomba-Wilhelmi zu bedenken. Viel wichtiger sind dabei Fragen wie: Welche Umsatzziele kann ein Onlineshop haben, bedenkt man die Position des eigenen Unternehmens am Markt? Wie hoch ist dieses Ziel in Relation zum Gesamtumsatz? Wie viel Fläche könnte dabei über-flüssig werden? Welche Funktion haben die stationären Geschäfte? Kann die online gekaufte Ware im stationären Shop abgegeben werden?

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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