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Stargate Capital kauft Loewe: Finanzinvestor rettet TV-Hersteller vor seinen Möchtegern-Rettern

23.03.2014

Einmal geht’s noch, einmal geht’s noch leicht… Nach der Farce rund um die geplatzte Übernahme durch die Münchner Investorengruppe Panthera scheint sich nun wieder ein Silberstreif am Loewe-Horizont aufzutun. Freitagnacht wurde ein notarieller Kaufvertrag mit dem Finanzunternehmen Stargate Capital unterzeichnet. Der Geschäftsbetrieb bleibt aufrecht, 100 Mitarbeiter müssen gehen.

Bleibt nur zu Hoffen, dass die verfrüht gefeierte Vereinbarung mit Panthera ein einmaliger Griff ins Investoren-Klo war. Zumindest aber scheint‘s Loewes neuer Investor ernst zu meinen. Immerhin kann man seitens Stargate Capital bereits auf drei erfolgreichen Unternehmensbeteiligungen verweisen, wenngleich diese allesamt in der Automatisierungstechnik bzw. Maschinenbau (Bleichert, Gehring, Beissbarth) angesiedelt waren.

 

"Wir sind sehr froh, dass es nach den Turbulenzen der letzten Wochen gelungen ist, einen starken Partner für Loewe zu finden", sagte Vorstandschef Matthias Harsch, der sein Management-Posten beim Leider-doch-nicht-Retter Panthera nun offenbar wieder mit der Kronacher Kapitänsbrücke getauscht hat. "Loewe kann nun endlich neu durchstarten." Ein notarieller Kaufvertrag über den gesamten Geschäftsbetrieb sei von beiden Seiten unterzeichnet worden, heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Demnach wolle der neue Eigentümer den Geschäftsbetrieb am Standort Kronach einschließlich der Produktion fortführen. Auch die internationalen Tochtergesellschaften würden von Stargate Capital übernommen. Großer Wehrmutstropfen: von den aktuell rund 525 Mitarbeitern dürfen nur 430 bleiben.

 

Obwohl mit der Übernahme durch Stargate Capital mehr Arbeitsplätze erhalten bleiben würden, als es bei den Erwerberkonzepten aller anderen Kaufinteressenten vorgesehen war, bedauert Loewe-Finanzvorstand Rolf Rickmeyer die personellen Einschnitte. "Dass nicht alle Arbeitsplätze gerettet werden können, bedauere ich umso mehr, als es nicht zuletzt das Verdienst der Mitarbeiter ist, dass Loewe diese schwere Zeit überstehen konnte", so Rickmeyer.

 

Kaufpreis im oberen einstelligen Millionenbereich

 

Stargate Capital mit Sitz in München ist auf Investments in mittelständische Unternehmen spezialisiert. Man fokussiere sich auf einzelne Unternehmenssituationen und würde dabei keine Portfoliostrategie verfolgen, heißt es. Interessant: die Geldgeber von Stargate Capital stammen nach eigenen Angaben hauptsächlich aus Asien. „Durch unsere asiatischen Partner können wir insbesondere Unternehmen unterstützen, die durch verstärktes Engagement in diesen Regionen Ertragssteigerungspotenzial sehen“, schreibt der Finanzinvestor auf seiner Webseite.

 

"Mit Stargate Capital haben wir vor allem einen Investor gefunden, der eine langfristige Strategie verfolgt mit dem Ziel, Loewe wieder zu alter Stärke zurückzuführen", so Harsch. Über den genauen Kaufpreis schweigen beide Seiten. Er liege "im oberen einstelligen Millionenbereich", hieß es lediglich. In den kommenden Jahren seien außerdem Investitionen im mittleren zweistelligen Millionenbereich geplant.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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