Direkt zum Inhalt

Späte Einsicht: Auftragsfertiger Foxconn räumt Arbeitsrechtsverletzungen ein

14.10.2013

Aber besser spät als nie. Der taiwanische Technologiezulieferer Foxconn hat Arbeitsrechtsverletzungen eingeräumt. Eine interne Untersuchung im chinesischen Werk Yantai habe ergeben, dass die Unternehmensregeln zu Überstunden und Nachtarbeit in Einzelfällen nicht eingehalten worden seien, teilte Foxconn mit.

Zuvor hatten freilich bereits mehrere chinesische Zeitungen berichtet, dass Informatikstudenten der Universität Xian gezwungen würden, bei Foxconn zu arbeiten. Anderenfalls bekämen sie keinen Abschluss. Das Unternehmen produziert unter anderem für Apple, Sony und Nokia.

 

Die Oriental Morning Post zitierte Studenten, die bis zu elf Stunden am Fließband Spielekonsolen für Sony zusammenbauen mussten - statt eine aufs Studium bezogene Arbeit zugewiesen zu bekommen. Dem Bericht zufolge wurde es einigen Studenten verweigert, das "Praktikum" vorzeitig zu beenden. Ihnen sei gedroht worden, dann würden sie ihr Stipendium verlieren und keinen Abschluss erhalten.

 

Man habe nun dafür gesorgt, dass „die Universität sich ab sofort an die Regeln halte“, erklärte Foxconn. Überstunden und Nachtarbeit für Studenten seien nicht erlaubt. Studenten dürften ihr Praktikum im Betrieb auch von sich aus beenden.

 

Das Unternehmen steht seit Jahren wegen Arbeitsrechtsverletzungen in der Kritik. 2010 starben mindestens 13 Arbeiter in China, die sich nach Angaben von Arbeitsrechtlern wegen der harten Arbeitsbedingungen selbst töteten. Foxconn wies bislang alle Anschuldigungen zurück, hob aber die Löhne gleichzeitig um durchschnittlich fast 70 Prozent an. Eine Reportage über die Protestbewegungen von Menschenrechtsgruppen gab’s bereits in Elektrojournal-Ausgabe 9/2013 zu lesen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

Branche
23.01.2019

Der Brexit wirft auch in der Elektrobranche seine Schatten voraus. Nachdem Panasonic seinen Europa-Hauptsitz bereits im Vorjahr in die Niederlande übersiedelte, folgen nun auch Sony und Dyson. ...

Ab 1. April neuer Sony Europa-Chef: Hideyuki Furumi
Multimedia
09.01.2019

Sony Europa-Präsident Shigeru Kumekawa wird mit 1. April 2019 zum Corporate Executive und President of Sony Marketing Inc. ernannt und kehrt nach Tokio zurück. Hideyuki Furumi, aktuell Executive ...

Apple und Amazon weisen Bericht über Spionage-Chips in Servern zurück.
Multimedia
10.10.2018

Dieser Bericht las sich wie ein wahrgewordenen Alptraum der Tech-Branche: Chinesischen Militärhackern sei es gelungen Spionage-Chips in Server für Apple und ...

Multimedia
28.08.2018

Mit 1. Oktober 2018 übernimmt Gregor Novotny die Funktion des Sales Director und wird gleichzeitig Mitglied der Geschäftsführung von Sony Österreich. Er folgt somit Helmut Kuster nach, der Sony ...

Multimedia
05.06.2018

Der japanische Display-Hersteller Sharp übernimmt das PC-Geschäft von Toshiba. Für rund 80 Prozent an dem Laptop-Pionier legt man 36 Mio. Dollar (30,7 Mio. Euro) auf den Tisch.

Werbung