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Sie haben Post: Amazon-Kunden erhalten massenhaft „betrügerische“ Pakete

12.02.2019

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen schlägt Alarm. Immer mehr Amazon-Kunden berichten von anonymen Paketsendungen. Sie sollen vermeintlich von Amazon stammen, bestellt wurden diese aber nie.

Der Inhalt der Pakete ist jedenfalls bunt gemischt. In manchen finden sich Smartphone-Hüllen um wenige Euro und in einigen sogar echte Smartphones (im Wert von rund 200 Euro) oder gar Sexspielzeug. Allen Paketen gemein ist allerdings, dass diese nie von den Kunden bestellt wurden – und auch keinen Absender aufweisen.

Woher diese Sendungen genau stammen, weiß niemand – nicht einmal Amazon. Die Vermutung liegt aber nahe, dass sie von diversen Marketplace-Händlern verschickt wurden. In den meisten Fällen liegt aber weder ein Liefer- noch Bestellschein bei. In diesem Sinne weist die Verbraucherzentrale darauf hin, dass die Ware von den Empfängern auch nicht bezahlt werden muss.

Auch Amazon kann sich die Herkunft der Pakete nicht erklären spricht aber von „betrügerischen Methoden“ und Verstößen gegen Richtlinien. Das Unternehmen beteuert jedenfalls, mit den mysteriösen Paketen nichts zu tun zu haben. „Verkäufer haben in diesem Zusammenhang weder Namen noch Adressen von Amazon erhalten“, sagt der deutsche Amazon-Pressesprecher Tobias Goerke. Den Absendern der Pakete droht Amazon mit Sperre, Zurückhaltung von Zahlungen und Einleitung rechtlicher Schritte.

Die Verbraucherzentrale vermutet, dass Händler aus dem asiatischen Raum unter dem Namen des Adressaten einen zweiten Account bei Amazon eröffnet haben könnten, um unter diesem Namen dann den Verkauf ihrer Artikel abzuschließen. Das würde in weiterer Folge nämlich dazu führen, dass sie am Marketplace ein besseres Ranking erhalten – weil öfters bestellt. Eine andere Vermutung: Händler könnten so ihr gemietetes Lager bei Amazon leeren. Das sei kostengünstiger, als unverkaufte Produkte wieder teuer in Richtung China zu verschiffen.

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