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Shopping Center-Krise in Europa: 2010 wurden 400 EKZ-Projekte verschoben, 180 Projekte aufgegeben

23.03.2011

"Die Zeit, in der sich jedes größere Bauunternehmen in der Entwicklung von Handelsimmobilien versuchte, ist vorbei", sagt Hanna Bomba-Wilhelmi, Geschäftsführerin RegioPlan Consulting. Im vergangenen Jahr wurden in elf der ehemals dynamischsten Shopping Center-Märkte Europas rund 400 Projekte verschoben und rund 180 Projekte komplett aufgegeben. Die "EKZ-Krise" traf in erster Linie Osteuropa.

Besonders viele Center wurden in den Märkten Russland, Ukraine, Serbien, Rumänien und Kroatien aufgegeben. Allein in Russland wurden 37 Projekte mit einer vermietbaren Fläche von 730.000 Quadratmetern komplett aufgelassen und 130 Projekte mit einer Fläche von 5,2 Millionen Quadratmetern verschoben.

"Shopping Center sind keine Büroimmobilien und auch keine Logsitikhallen", sagt Bomba-Wilhelmi. Die Zeiten, in denen Bauunternehmen oder einzelne Entwickler ohne Handelserfahrung ihr Glück auch im Bereich des Shopping Center-Developments versucht hatten, sind langsam vorbei.

 

In Zeiten der oft bemühten Wirtschaftskrise trennt sich die Spreu vom Weizen. Mit hohen Bevölkerungszahlen sowie einer relativ stabilen wirtschaftlichen Entwicklung zählten Polen, Deutschland und die Türkei auch 2010 zu den attraktivsten Shopping Center-Landschaften Europas. Allerdings ist die Shopping Center-Dichte in diesen Ländern noch ziemlich niedrig, insbesondere in der Türkei liegt sie nur bei 7,6 Quadratmeter pro 100 Einwohner. Zum Vergleich: In Österreich sind’s rund 32 Quadratmeter. Die EKZ-Landschaft in Österreich wächst übrigens kontinuierlich. Allerdings hinken die Quadratmeterumsätze hinterher.  

 

Die Shopping Center-Industrie kann aufatmen

Banken, Fonds und verschiedene Konsortien finanzierender Institutionen öffnen 2011 wieder ihre Finanzierungspipelines. Dass der Markt sich langsam erholt, hängt dabei mit zwei wichtigen Faktoren zusammen: "Einerseits sind die Projekte, die am Markt geblieben sind oder neu kommen, qualitativ besser, andererseits hat sich die Finanzkrise etwas gelegt und Banken haben wieder mehr Vertrauen untereinander", sagt Bomba-Wilhelmi. Es werde zwar weniger neue Projekte geben, diese würden aber besser geplant.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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